Sport, Entwicklung und was Kinder wirklich bewegt
Am Samstag steht ein Tischtennisturnier in einer anderen Stadt an, und dein Kind sagt am Donnerstag, dass es lieber zu Hause bleiben möchte. Auf Nachfrage kommt nur ein Satz, nämlich dass da niemand sei, den es kenne.
Ein Turnier fühlt sich anders an als das Training. Im Verein kennt dein Kind die Halle, den Trainer, die Platte, an der es immer spielt. Dort ist es jemand. Im fremden Saal sind lauter Kinder mit ihren Gruppen, ihren Insider-Witzen und ihren Trikots, und dein Kind steht dazwischen mit dem Schläger in der Hand.
Faulheit steckt dahinter selten. Viele Kinder sorgen sich, wo sie sich in den Pausen hinsetzen sollen, mit wem sie reden und was passiert, wenn sie verlieren und dabei jemand zusieht.
Frag nach, was genau schwer erscheint. „Ist es der Moment, wenn du ankommst, oder die Pausen zwischen den Spielen?“ Oft lässt sich dann sehr konkret helfen. Wenn die Ankunft das Problem ist, kommt ihr früher und schaut euch die Halle in Ruhe an, bevor es voll wird.
Für die Pausen hilft ein Plan. Ein Kartenspiel, ein Buch oder ein Snack in der Tasche geben deinem Kind etwas zu tun, und oft kommt darüber jemand ins Gespräch. Du kannst auch vorab bei Trainerin oder Trainer fragen, ob noch ein anderes Kind aus dem Verein mitfährt, und vielleicht verabredet ihr euch für die Hinfahrt.
Sag dazu deutlich, dass du da bist. „Ich setz mich auf die Tribüne und du kannst jederzeit zu mir kommen.“ Für manche Kinder ist allein dieser sichere Hafen schon genug, um mutig zu sein.
Drängle nicht mit Sätzen wie „Stell dich nicht so an, die sind auch nur Kinder“. Dein Kind erlebt das Fremde nun einmal als groß, und wenn du es kleinredest, versteht es nur, dass du es nicht verstehst.
Auch Bestechung wirkt auf Dauer schlecht. Ein Eis nach dem Turnier ist nett, aber als Preis für das Mitkommen lernt dein Kind, dass es etwas Unangenehmes aushalten muss, um etwas Schönes zu bekommen. Und schiebe nicht dem Trainer die Verantwortung zu, damit er „das schon regelt“.
Wenn dein Kind trotz allem nicht mitkommen möchte, darfst du es zu Hause lassen. Ein verpasstes Turnier ist verkraftbar. Wichtig ist, dass ihr danach darüber sprecht und gemeinsam überlegt, wie das nächste Mal anders laufen könnte, vielleicht mit einem kleineren Turnier in der Nähe.
Nach dem Turnier frag nicht zuerst nach Ergebnissen. „Hast du jemanden getroffen, mit dem du dich gut verstanden hast?“ zeigt, was dir wichtig ist. Und wenn es nur ein einziges Kind war, mit dem dein Kind kurz Bälle gewechselt hat, ist das ein Anfang, an den ihr beim nächsten Mal anknüpfen könnt.
Sideline kann dir in solchen Momenten Formulierungen vorschlagen, wenn du nicht weißt, wie du das Gespräch beginnen sollst.
Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.