Für Eltern

Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel

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„Entspann dich“ hilft nicht, auch wenn du es ernst meinst

Der Satz soll beruhigen und setzt dein Kind oft noch mehr unter Druck. Hier findest du Formulierungen, die vor dem Wettkampf besser ankommen.

Es ist Samstagmorgen, ihr steht im Flur, die Sporttasche ist gepackt, und dein Kind knetet den Reißverschluss seiner Jacke. Du siehst die Anspannung und sagst den Satz, den fast alle Eltern irgendwann sagen: „Entspann dich einfach.“ Das Kind nickt, und die Schultern wandern trotzdem nach oben.

Warum der Satz nicht ankommt

„Entspann dich“ ist ein Auftrag. Dein Kind hört darin, dass es gerade etwas falsch macht, und jetzt soll es auch noch das Gefühl abstellen, das es ohnehin schon hat. Wer aufgeregt ist, kann Aufregung nicht auf Kommando ausschalten, das gelingt Erwachsenen vor einem Vorstellungsgespräch auch nicht.

Dazu kommt der Ton. Selbst wenn du es freundlich meinst, klingt der Satz oft nach Ungeduld, weil du ihn in dem Moment sagst, in dem du selbst gern wüsstest, dass alles gut geht.

Was du stattdessen sagen kannst

Hilfreicher ist ein Satz, der die Aufregung gelten lässt. „Man merkt, dass dir das wichtig ist“ funktioniert gut, ebenso „Aufgeregt vor dem Spiel ist normal, das haben viele in deiner Mannschaft auch.“ Damit nimmst du dem Gefühl die Bedrohung, ohne es wegzureden.

Manche Kinder brauchen danach eine kleine Aufgabe für die Hände oder den Kopf. Du kannst fragen: „Willst du noch mal deine Tasche durchgehen, oder sollen wir kurz Musik anmachen?“ Das gibt ihnen die Wahl, und die Wahl allein beruhigt oft mehr als jeder Ratschlag.

Fragen helfen auch, wenn sie offen sind. „Worauf freust du dich am meisten?“ lenkt den Blick von der Angst auf etwas, das Spaß macht. Ob dein Kind darauf antwortet, darfst du ihm überlassen. Manchmal kommt die Antwort erst zehn Minuten später im Auto.

Was du lieber lässt

Lass die Erklärungen weg, warum es keinen Grund zur Sorge gibt. „Du hast doch so gut trainiert“ und „Die anderen sind auch nicht besser“ klingen nach Beruhigung, bauen aber eine Erwartung auf, an der dein Kind jetzt gemessen wird. Genauso wenig hilft es, die eigene Nervosität zu verstecken, indem du überdreht gut gelaunt bist. Kinder spüren den Bruch sehr genau.

Auch Taktikgespräche kurz vor dem Anpfiff gehören der Trainerin oder dem Trainer. Wenn du noch schnell drei Tipps gibst, hat dein Kind drei Dinge mehr im Kopf, an die es denken muss.

Bleibt die Aufregung über Wochen so stark, dass dein Kind über Bauchweh klagt oder gar nicht mehr zum Training will, sprich in Ruhe mit ihm darüber. Hält das Bauchweh an, lass es bei der Kinderärztin oder beim Kinderarzt anschauen.

Wenn dir selbst die Worte fehlen

Oft weißt du im Moment selbst nicht, wie du es sagen sollst, ohne dass es wieder nach Druck klingt. Sideline kann dir in solchen Situationen Formulierungen vorschlagen, die du auf euer Kind und eure Situation anpassen kannst.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.