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Dein Kind sagt: „Ich will nicht antreten“

Eine Stunde vor dem Judoturnier will dein Kind nicht auf die Matte. Was hinter dem Satz stecken kann und wie du ruhig reagierst.

Ihr seid mit der Sporttasche im Auto zur Halle gefahren, der Judoanzug liegt gefaltet obenauf. Auf dem Parkplatz sagt dein Kind leise: „Ich will nicht antreten.“ Du hast Startgeld bezahlt, die Oma hat Daumen gedrückt, und du merkst, wie in dir etwas hochkocht.

Erst verstehen, dann entscheiden

Hinter diesem Satz kann vieles liegen. Manche Kinder fürchten sich vor dem ersten Kampf gegen einen fremden Gegner. Andere sind müde, hatten einen schlechten Schultag oder wollen nicht verlieren. Wieder andere haben das Gefühl, dich zu enttäuschen, wenn sie versagen.

Frag deshalb zuerst nach, ohne zu drängen: „Magst du mir sagen, was dich gerade am meisten stört?“ Wenn dein Kind nur mit den Schultern zuckt, hilft eine Auswahl: „Ist es der Gegner, die vielen Leute oder etwas anderes?“ So muss es nicht selbst erklären, kann aber auf etwas zeigen.

Was du sagen kannst

Nimm das Gefühl ernst, bevor du über das Turnier sprichst. „Ich sehe, dass du Angst hast. Das darfst du haben.“ Danach kannst du klein werden lassen, was groß wirkt: „Du musst nicht gewinnen. Wir gehen rein, du machst den ersten Kampf, und danach sehen wir weiter.“

Viele Kinder entspannen sich, wenn sie wissen, dass der Weg zurück offen bleibt. Du kannst auch anbieten, vorher kurz in die Halle zu gehen, die Matte anzuschauen und mit dem Trainer zu sprechen. Oft löst sich ein Knoten, sobald der Raum nicht mehr fremd ist.

Was du lieber lässt

Drohungen wie „Dann darfst du nie wieder zum Training“ oder Vorwürfe wie „Wir haben so viel Geld ausgegeben“ machen aus der Angst Schuld. Auch das Versprechen einer Belohnung für den Sieg verschiebt den Druck, ohne ihn zu mindern.

Zwingen solltest du dein Kind nicht auf die Matte. Ein Kind, das gegen seinen Willen kämpft, erfährt vor allem, dass sein Nein nichts zählt.

Wenn es nicht antritt

Es ist in Ordnung, wenn dein Kind heute zuschaut. Bleibt es sitzen, kann es dem Trainer oder der Trainerin helfen, Wettkampflisten halten oder die Kämpfe der anderen anfeuern. So gehört es weiter zur Gruppe.

Beim Heimfahren genügt ein Satz: „Schade, dass es heute nicht ging; mit dir ist alles gut.“ Sprich nach ein paar Tagen in Ruhe darüber, was ihm beim nächsten Mal helfen würde.

Kommt das Nein öfter vor, geht es dem Kind schon morgens schlecht oder klagt es über Bauchschmerzen, sprich mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin. Auch ein Gespräch mit dem Trainerteam kann klären, ob etwas im Training vorgefallen ist.

Wenn dir in solchen Momenten die richtigen Worte fehlen, kann Sideline dir Formulierungen vorschlagen, die ruhig und klar sind.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.