Kinder & Sport

Sport, Entwicklung und was Kinder wirklich bewegt

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Sichtung oder Probetraining im Leistungszentrum

Dein Kind ist zum Probetraining eingeladen. Was du vorher, im Auto und danach sagen kannst, damit der Tag für euch beide gut ausgeht.

Die Einladung kam per Mail oder über den Trainer, und seitdem dreht sich zu Hause vieles um einen einzigen Nachmittag. Dein Kind freut sich, du freust dich auch, und gleichzeitig spürst du, wie schnell aus Vorfreude Druck werden kann.

Vor dem Termin

Kinder zwischen sechs und vierzehn merken sehr genau, wie wichtig dir etwas ist. Wenn du jeden Abend nachfragst, ob die Schuhe gepackt sind und ob es nervös ist, bekommt der Termin ein Gewicht, das er für das Kind gar nicht haben müsste.

Du kannst es kurz halten. „Morgen darfst du mal sehen, wie das Training dort läuft. Ich bin gespannt, wie es dir gefällt." Mehr braucht es nicht. Ein Probetraining ist auch für dein Kind eine Gelegenheit, den Verein kennenzulernen; das darf es ruhig so hören.

Packt zusammen die Tasche, plant die Anfahrt mit Puffer und klärt, ob ihr etwas mitbringen müsst, etwa Schienbeinschoner oder Trinkflasche. Alles Organisatorische ist deine Aufgabe, damit dein Kind nur an den Ball denken muss.

Im Auto und am Platz

Auf dem Weg hilft ein Satz wie „Du spielst so, wie du immer spielst." Gute Wünsche wie „Zeig denen, was du kannst" klingen nett, setzen aber einen Auftrag, den ein Zehnjähriger kaum erfüllen kann.

Am Platz gehst du zur Seite. Viele Vereine bitten die Eltern ohnehin, Abstand zu halten. Wenn du am Zaun stehst, dann ruhig und ohne Handzeichen. Rufe nichts rein, auch kein gut gemeintes „Lauf mehr!". Dein Kind hört in dem Moment schon genug fremde Stimmen.

Vermeiden solltest du auch, nach dem Training mit dem Trainer des Zentrums zu sprechen, bevor dein Kind sich umgezogen hat. Ein Elterngespräch direkt vor den Augen des Kindes macht aus dem Tag schnell eine Bewertung.

Danach im Auto

Die Rückfahrt entscheidet oft mehr als das Training selbst. Frag zuerst nach dem Erleben. „Was hat dir am besten gefallen?" und „Gab es etwas, das neu für dich war?" öffnen mehr als „Und, wie lief's? Haben sie was gesagt?".

Wenn dein Kind still ist, lass es still sein. Ein Eis oder eine Pause an der Raststätte hilft häufig mehr als jede Analyse. Wertungen wie „Der Junge neben dir war aber deutlich schneller" gehören nicht in diese Fahrt, auch wenn du sie gesehen hast.

Die Rückmeldung des Vereins kann Tage dauern, und sie kann auch eine Absage sein. Überlege dir vorher, was du dann sagst. „Das war ein mutiger Tag, und ich fand es schön, dich dort zu sehen" funktioniert bei Zusage und Absage gleich gut. Ein Satz wie „Dann waren sie eben blind" nimmt dem Kind zwar kurz den Schmerz, bringt ihm aber bei, dass die Schuld immer bei anderen liegt.

Wenn dein Kind nach einer Absage über Tage schlecht schläft, wenig isst oder Bauchschmerzen bekommt, nimm das ernst und sprich mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt.

Wenn dir die Worte fehlen

Gerade nach einem Probetraining, das nicht nach Plan lief, weiß man oft nicht, wie man anfangen soll. Sideline kann dir in solchen Momenten Formulierungen vorschlagen, die du dann auf eure Situation anpasst.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.