Für Eltern

Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel

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DFB-Stützpunkt und NLZ: Der Weg in die Talentförderung

Wie kommt mein Kind in die Talentförderung?

Vom Verein über den DFB-Stützpunkt zum Nachwuchsleistungszentrum: wer sichtet, was du tun kannst und was du lassen solltest.

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z.B. Timo hat als Tormann einen Patzer gemacht und weint. Er will nicht in die Kabine.

Dein Kind spielt seit zwei Jahren im Verein, der Trainer lobt es öfter, und irgendwann fällt im Gespräch am Spielfeldrand das Wort „Stützpunkt". Danach geht es dir wie vielen Eltern: Du weißt ungefähr, dass es da einen Weg nach oben gibt, aber nicht, wie er aussieht und wer darüber entscheidet.

Die Stufen, vom Verein bis zum Leistungszentrum

Der Weg hat in Deutschland drei Stufen. Am Anfang steht der Heimatverein, in dem dein Kind Woche für Woche trainiert. Darüber liegt der DFB-Stützpunkt, und darüber das Nachwuchsleistungszentrum (kurz NLZ) eines Profivereins. Der DFB beschreibt sein Stützpunktprogramm selbst als Brücke zwischen der Vereinsbasis und den Leistungszentren.

Laut DFB gibt es 339 Stützpunkte, in denen rund 14.000 Kinder gefördert werden. Das Stützpunkttraining richtet sich an die Altersklassen U12 bis U15, bei Mädchen bis U16. Es findet laut DFB einmal pro Woche statt, den Tag erfährst du vor Ort, und kommt zusätzlich zum Vereinstraining und steht in der Regel in Kleingruppen unter Anleitung lizenzierter Trainer. Es ersetzt den Verein nicht. Dein Kind bleibt dort Mitglied, spielt dort seine Spiele und bekommt am Stützpunkt einen Extra-Abend dazu.

Ein NLZ ist ein anderes Kaliber. Die Vereine der Bundesliga und der 2. Bundesliga müssen eines betreiben, andere Clubs tun es freiwillig. Dort wird mehrmals pro Woche trainiert, dazu kommen Spiele am Wochenende, und die Familie plant ihren Alltag um den Club herum. Ab welchem Alter ein NLZ Kinder aufnimmt, entscheidet jeder Club selbst; die Angabe steht meist auf dessen Internetseite oder wird dir bei der Einladung genannt.

Wer sichtet wen

Am Stützpunkt sichten regionale Trainerteams. Laut DFB sind dafür etwa 1.200 Trainerinnen und Trainer im Einsatz. Wie dein Kind dort hinkommt, unterscheidet sich je nach Region. In manchen Regionen schlägt der Verein ein Kind vor. In manchen Regionen können sich Kinder auch selbst anmelden; ein Nordkurier-Bericht über Stützpunkte in Mecklenburg-Vorpommern nennt es ausdrücklich so. Infos zum Programm findest du auch auf www.dfb-talente.de. Wie es bei euch läuft, erfährst du über den Kreis- oder Landesverband und über den Stützpunktkoordinator deiner Region.

Ins NLZ kommen Kinder über Sichtungstage, über Probetrainings auf Einladung oder weil Beobachter des Clubs sie bei Spielen gesehen haben. Für ein Probetraining im Leistungszentrum gibt es einen eigenen Ratgeber, wie du dein Kind vorher, im Auto und danach begleitest.

Der Stützpunkt ist keine Pflichtstation vor dem NLZ. Manche Kinder gehen den Weg über den Stützpunkt, andere werden direkt zum Probetraining eingeladen, und viele kommen mit keinem von beiden in Berührung und spielen trotzdem gern und gut.

Was du als Elternteil tun kannst

Du kannst den Trainer fragen, ob er dein Kind für die Sichtung am Stützpunkt für geeignet hält und wen du dazu ansprechen sollst. Das ist ein normales Gespräch, keine Beschwerde. Du kannst dich beim Kreis- oder Landesverband erkundigen, wann in deiner Region Sichtungen stattfinden. Und du kannst mit deinem Kind klären, ob es das überhaupt will; seine ehrliche Antwort zählt mehr als jeder Terminplan.

Praktisch hilft es, vorab Fahrtwege und Zeiten zu klären. Das Stützpunkttraining greift in Hausaufgaben und andere Hobbys ein, plane den Wochentag deshalb früh mit ein.

Was du lieber lässt

Lass das Kind nicht fühlen, dass an dieser Sichtung die Zukunft der Familie hängt. Kinder spüren Erwartung schneller, als man glaubt, und sie spielen dann verkrampfter.

Greif nicht in die Sichtung ein. Rufe nichts vom Rand, sprich die Beobachter nicht mitten im Training an und diskutiere am Platz keine Entscheidungen. Frag nach, wenn alles vorbei ist und dein Kind den Platz verlassen hat.

Sei vorsichtig bei Anrufen von Beratern oder Agenturen, die Kindern im Grundschul- oder frühen Jugendalter einen Platz in der Talentförderung versprechen. Für den normalen Weg über Verein und Verband brauchst du keinen Vermittler. Wenn jemand für eine Zusage oder einen Platz Geld verlangt, sprich vorher mit dem Verein oder dem Landesverband und unterschreibe nichts auf der Stelle.

Die Belastung für dein Kind

Zusätzliches Training bedeutet mehr Wege, mehr Müdigkeit und weniger freie Nachmittage. Bei einem Stützpunkt ist das meist überschaubar, im NLZ kann es Schule und Freundschaften deutlich berühren. Achte auf Hinweise: Dein Kind schläft schlechter, hat vor dem Training Bauchweh, will nicht mehr in die Kabine oder wirkt bei Misserfolgen ungewöhnlich hart zu sich. Das sind Gründe, ein Gespräch zu führen, notfalls beim Kinderarzt und mit dem Trainer.

Und ja, es gibt Absagen. Nicht jedes Kind, das zu einer Sichtung geht, wird genommen. Dass die Absage nichts über den Wert deines Kindes sagt, kannst du ihm sagen; was danach hilft, steht im Ratgeber zur Absage vom Nachwuchsleistungszentrum.

Kurz für Österreich

In Österreich heißt die Zwischenstufe LAZ, Landesverbandsausbildungszentrum. Es wird von den Landesverbänden betrieben. Darüber stehen die ÖFB-Akademien, die Vereine der obersten Ligen oder Landesverbände führen können. Auch dort sichten mehrere Trainer in Training und Spiel; Sichtungstermine veröffentlichen die Landesverbände. Wende dich an den Landesverband deines Bundeslandes, wenn du Termine suchst.

Ein Satz für zu Hause

„Egal, wie die Sichtung ausgeht, ich schau dir am liebsten beim Spielen zu."

Sideline kann dir Formulierungen für solche Gespräche vorschlagen, wenn dir im Moment die Worte fehlen.

Sideline ist nicht mit DFB, ÖFB oder Clubs verbunden.

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