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Nach Zusage kam Fitnesstest, Kind flog raus

Das Kind hatte schon zugesagt bekommen, dann kam ein Fitnesstest und danach die Absage. Warum Vereine das tun und wie du damit umgehst.

Die Zusage war da. Dein Kind hat es seinen Freunden erzählt, die Oma angerufen, das Trikot schon anprobiert. Dann kam die Einladung zum Fitnesstest, und danach die Mail: Es hat leider nicht gereicht.

Warum Vereine so vorgehen

Manche Vereine geben eine vorläufige Zusage, die an Bedingungen geknüpft ist. Körperliche Tests sollen dann zeigen, ob ein Kind für das Trainingspensum bereit ist. Das wird nicht immer klar kommuniziert, und aus „vorläufig" wird in den Ohren von Eltern und Kindern schnell „sicher".

Aus Sicht des Vereins ist das ein Check. Aus Sicht eines Kindes ist es ein Bruch. Es wurde angenommen und dann wieder ausgeladen.

Was dein Kind dabei erlebt

Der Verlust wiegt hier oft schwerer als bei einer normalen Absage, weil das Kind sich schon als Teil der Mannschaft gesehen hat. Es kann auch Scham mitspielen, weil andere schon von der Zusage wussten. Rechne mit Wut, mit Rückzug oder mit dem Satz „Ich war halt zu langsam".

Hilf deinem Kind, die Bewertung vom Menschen zu trennen. Ein Test misst zu einem Zeitpunkt, wie schnell oder ausdauernd ein Körper gerade ist. Er sagt nichts darüber, wie gern oder wie klug jemand Fußball spielt. Gerade bei Kindern im Wachstum verschieben sich körperliche Werte innerhalb eines Jahres stark.

Dein Anteil

Wenn du den Test kommen sahst und nichts gesagt hast, mach dir keine Vorwürfe. Du konntest nicht wissen, wie hart er ausfällt. Falls du dir nachträglich wünschst, es wäre klarer gewesen, darfst du das beim Verein sagen. Ein Satz wie „Uns war nicht klar, dass die Zusage vom Test abhängt" ist sachlich und kann anderen Familien helfen.

Wie es weitergeht

Frag nach, ob der Verein Rückmeldung zu den Testwerten gibt und ob eine erneute Bewerbung möglich ist. Wenn dein Kind weiter an seiner Fitness arbeiten möchte, tut es das am besten mit Spaß, etwa über Spiel, Radfahren oder Schwimmen und nicht als Strafprogramm. Trainingspläne für Zehnjährige, die nach Leistungssport klingen, sind selten eine gute Idee.

Wichtiger ist jetzt, dass dein Kind wieder Freude am Ball findet. Das Spiel im alten Team, im Park, im Hof. Wenn die Absage in ein paar Wochen weniger wehtut, könnt ihr gemeinsam überlegen, ob und wie es noch einmal einen Versuch wagen möchte.

Worauf du bei der nächsten Zusage achten kannst

Frag künftig gleich nach, ob eine Zusage an Bedingungen geknüpft ist. „Gilt die Zusage ohne weitere Tests?" ist eine völlig normale Frage. Die Antwort schützt dein Kind davor, sich zu früh zu freuen und es seinen Freunden zu erzählen, bevor wirklich alles klar ist.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.