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Elfmeter verschossen, Team wendet sich ab

Dein Kind hat den entscheidenden Elfmeter verschossen und die Mitspieler schauen weg. Was in den ersten Minuten danach hilft und was du erst am nächsten Tag besprichst.

Der Ball geht über das Tor, ans Tor oder in die Arme des Torwarts. Dein Kind steht noch am Punkt, während die anderen schon in Richtung Mittellinie laufen, ohne den Blick zu heben. Dieser Moment dauert vielleicht fünf Sekunden und hängt oft wochenlang nach.

Warum das Abwenden so wehtut

Der verschossene Elfmeter ist für Kinder fast eine Bühne: alle sehen zu, alle wissen, was passiert ist. Wenn die Mitspieler wegschauen, ist das meistens keine Strafe. Kinder wissen nicht, was sie sagen sollen, und schauen deshalb weg. Aus der Sicht des Verursachers wirkt es trotzdem wie Ablehnung.

Das Gefühl dahinter ist Scham, und Scham macht Kinder still. Manche werfen den Ball weg, andere lachen übertrieben, die meisten ziehen sich in sich zurück.

Direkt nach dem Spiel

Sag erst einmal nur wenig. Eine Umarmung, ein Getränk, ein Satz wie „Das war ein harter Moment.“ Mehr braucht es nicht. Wenn dein Kind reden will, hör zu. Wenn nicht, lass es.

Vermeide Sätze wie „Das kann jedem passieren“ oder „Ist doch nicht schlimm“. Dein Kind weiß, dass es passieren kann, und es findet es sehr wohl schlimm. Solche Sätze nehmen das Gefühl nicht ernst.

Vermeide auch die Analyse im Auto. Wie der Schuss lag, welche Ecke der Torwart ahnte, das ist ein Thema für den Tag danach, wenn dein Kind von selbst fragt.

Am nächsten Tag

Hier darf ein Gespräch über den Schuss stattfinden, aber nur, wenn dein Kind es will. Frag zum Beispiel: „Hast du Lust, später noch ein paar Elfmeter zu schießen, nur wir zwei?“ Viele Kinder wollen den Ball sofort wieder treffen, und sie brauchen dafür kein Publikum.

Erzähl bei Gelegenheit, wenn du es selbst erlebt hast, von einem eigenen Fehler, bei dem andere zugesehen haben. Erfinde keine Geschichte dafür. Kinder merken, ob du etwas erlebt hast oder ob du ein Beispiel baust.

Und die Mitspieler?

Bei den meisten Mannschaften legt sich das Schweigen nach einem Training. Wenn nicht, wenn Mitspieler spotten oder dein Kind noch Wochen später damit aufgezogen wird, sprich den Trainer an. Das Team gehört zu seinen Aufgaben, und Spott über einen Fehler ist ein Teamthema und kein Problem deines Kindes allein.

Wenn du selbst Mitspieler-Eltern kennst, hilft manchmal ein beiläufiger Satz: „Mein Sohn hat sich nach dem Elfer ziemlich geärgert.“ Das reicht oft, damit zu Hause jemand nachfragt.

Was bleibt

Ein verschossener Elfmeter ist ein einzelner Moment in einer langen Saison. Dein Kind darf traurig sein, und du musst nichts reparieren. Bleib einfach in der Nähe und nimm den Ball mit, falls es später doch schießen will.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.