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Kind aggressiv nach Fehler: Trikot werfen, treten

Nach einem Fehler wirft dein Kind das Trikot oder tritt gegen die Bank. Warum Kinder so reagieren und wie du ruhig bleibst, ohne die Grenze aufzuweichen.

Der Fehlpass fällt kurz vor der Pause. Dein Kind rennt zur Bank, reißt sich das Trikot vom Körper und schleudert es in den Dreck, oder es tritt gegen die Trinkflaschen. Du siehst die anderen Eltern schauen und merkst, wie dir die Hitze ins Gesicht steigt.

Was hinter der Wut steckt

Aggression nach einem Fehler ist bei Kindern oft ein Gefühl, das keinen anderen Ausgang findet. Dein Kind ärgert sich über sich selbst, schämt sich vor den anderen und hat noch keine Worte dafür. Also tritt oder wirft es. Das macht das Verhalten nicht in Ordnung, erklärt aber, warum Schimpfen kaum etwas ändert.

Besonders häufig passiert das bei Kindern, die sehr ehrgeizig sind oder die zu Hause hören, dass Leistung zählt. Es kann auch passieren, wenn dein Kind müde, hungrig oder aufgeregt ist.

Was du im Moment tun kannst

Meistens gar nichts. Greif nicht vom Spielfeldrand aus ein und rufe nichts über den Platz. Der Trainer ist zuständig, und er sollte dein Kind auswechseln oder herausnehmen, wenn es nötig ist. Wenn du zuschaust, ist deine einzige Aufgabe, ruhig zu bleiben.

Wenn dein Kind danach zu dir kommt, warte, bis es spricht. Du kannst fragen: „Willst du etwas trinken?“ Dann wartest du wieder.

Das Gespräch später

Warte, bis alle ruhig sind, am besten bis zum Abend. Beschreibe, was du gesehen hast, ohne zu bewerten: „Du hast das Trikot auf den Boden geworfen.“ Frag dann: „Was war da los in dir?“

Erwarte keine klare Antwort. Kinder sagen oft nur „Ich war sauer.“ Das genügt. Du kannst dann die Grenze setzen, ruhig und ohne Drohung: „Ich verstehe, dass du dich geärgert hast. Trikots werfen und treten gehört trotzdem nicht dazu, weil es andere verletzen oder dich selbst verletzen kann.“

Danach überlegt ihr zusammen, was dein Kind beim nächsten Mal machen könnte. Tief ausatmen, kurz auf die Bank setzen, das Trikot festhalten, einem Mitspieler die Hand geben. Lass dein Kind aussuchen, was zu ihm passt.

Was du als Vorbild beiträgst

Kinder schauen sich bei Erwachsenen ab, wie man mit Ärger umgeht. Wenn du selbst im Auto laut wirst oder am Spielfeldrand mit dem Schiedsrichter diskutierst, sieht dein Kind das. Du musst nicht perfekt sein, aber ein ehrliches „Das war nicht gut von mir, ich habe mich geärgert“ wirkt stärker als jede Regel.

Wann du genauer hinschauen solltest

Wenn dein Kind regelmäßig und heftig reagiert, auch außerhalb des Fußballs, oder wenn andere Kinder verletzt werden, sprich mit dem Trainer und bei Bedarf mit der Schule oder einer Beratungsstelle. Das heißt nicht, dass du etwas falsch gemacht hast; dein Kind braucht dann mehr Unterstützung, als ein Elternabend geben kann.

In den meisten Fällen aber ist es ein Kind, das noch lernt, wie sich Fehler anfühlen. Das dauert länger, als wir uns wünschen.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.