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„Darf ich krank sein?“ vor jedem Wettkampf

Dein Kind fragt am Wettkampfmorgen, ob es krank sein darf. Wie du ruhig bleibst, nachfragst und beim nächsten Mal nicht wieder im Flur stehst.

Samstag, halb sieben. Du stehst mit dem Autoschlüssel im Flur, dein Kind sitzt auf der Treppe und fragt leise, ob es krank sein darf. Der Wettkampf im Stadion beginnt um neun, die Spikes liegen längst im Beutel. Ob du schimpfst, drängelst oder nachgibst, in diesem Moment fühlt sich jede Antwort falsch an.

Was hinter der Frage stecken kann

Oft versteckt sich dahinter die Angst vor dem Lauf selbst. Vielleicht steht die schnelle Läuferin vom letzten Mal wieder am Start, oder dein Kind fürchtet, die eigene Bestzeit nicht zu schaffen und das vor allen Eltern am Zaun zu zeigen. Es kann auch am langen Tag liegen, an zwei Stunden Warten zwischen Weitsprung und 800 Metern, die sich für ein Kind endlos anfühlen. Welcher Grund es ist, erfährst du nur, wenn du fragst.

Ein kurzer Hinweis: Klagt dein Kind über Bauchweh, Übelkeit oder Kopfschmerzen, nimm das ernst. Halten die Beschwerden an oder kommen sie vor jedem Wettkampf wieder, sprich mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt.

Was du am Morgen sagen kannst

Setz dich auf Augenhöhe zu deinem Kind, am besten auf dieselbe Treppenstufe. „Du klingst, als wäre dir heute etwas zu viel. Magst du mir sagen, was am meisten drückt?“ Danach wartest du, auch wenn die Stille lang wird. Kinder brauchen oft zehn Sekunden, bevor der echte Grund herauskommt.

Hilfreich ist auch ein Satz, der den Druck vom Ergebnis nimmt: „Mir ist egal, wie schnell du heute bist. Ich freue mich, wenn du dabei bist.“ Das musst du dann aber so meinen, denn Kinder merken sehr genau, ob der Satz im Auto später wieder einkassiert wird.

Was du lassen solltest

Verzichte auf „Stell dich nicht so an“ und auf „Dafür haben wir den Startplatz bezahlt“. Der zweite Satz ist ehrlich, aber er macht aus Angst ein schlechtes Gewissen, und beides zusammen trägt dein Kind ungern ins Stadion. Auch das Versprechen „Wenn du läufst, gibt es hinterher ein Eis“ verschiebt das Problem nur, weil dein Kind dann für das Eis läuft.

Fällt der Start tatsächlich aus, weil dein Kind sichtbar nicht fit ist, bleibt der Tag ruhig. Kein Vorwurf, kein Schweigen auf der Rückfahrt. Fragst du am Abend noch einmal nach, was am Morgen los war, entsteht ein Gespräch, das im Flur keinen Platz hatte.

Beim nächsten Mal vorbereitet sein

Wenn die Frage öfter kommt, hilft ein kleiner Plan vorab. Besprecht am Vorabend, wie der Tag abläuft, wer sonst noch aus dem Verein dabei ist und was dein Kind zwischen den Läufen tun kann. Ein Kartenspiel im Rucksack füllt die Wartezeit besser als jede Motivationsrede.

Sideline kann dir in solchen Momenten Formulierungen vorschlagen, damit du am Wettkampfmorgen nicht erst nach den richtigen Worten suchen musst.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.