Für Eltern

Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel

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Torwart im Team ist der Sohn vom Co-Trainer

Dein Kind sitzt auf der Bank, im Tor steht der Sohn des Co-Trainers. Wie du damit umgehst, ohne Streit und ohne Verdacht.

Du hast es zweimal gesehen und nicht mehr vergessen: Dein Kind hält im Training mindestens so gut, aber im Spiel steht der Sohn vom Co-Trainer im Tor. Und jedes Mal heißt es, man wolle „alles ausprobieren“.

Dieses Gefühl, dass hier etwas nicht fair läuft, ist menschlich. Es hilft dir nur nicht weiter, wenn du es ungeprüft mit zum Training nimmst.

Erst trennen, was du weißt und was du vermutest

Aufschreiben hilft. Was hast du wirklich gesehen? Wie oft hat dein Kind gespielt, wie oft das andere? Wie war die Leistung in genau diesen Spielen? Vielleicht stellst du fest, dass die Aufteilung gar nicht so einseitig ist, wie sie sich anfühlt. Vielleicht bestätigt sich dein Eindruck.

Beides ist wertvoll, denn es entscheidet, wie du das Gespräch führst.

Das Gespräch mit dem Trainer

Such einen ruhigen Moment, nicht direkt nach einer Niederlage und nicht am Spielfeldrand vor anderen Eltern. Schreib eine kurze Nachricht oder frag nach fünf Minuten nach dem Training.

Starte mit einer Frage statt mit einem Vorwurf: „Mein Sohn möchte gern mehr im Tor spielen. Woran kann er arbeiten, damit er öfter drankommt?“ Damit zwingst du den Trainer nicht in die Verteidigung, und du bekommst eine ehrliche Antwort darauf, wie er die Lage sieht.

Wenn die Antwort ausweicht, kannst du nachfassen: „Nach welchen Kriterien entscheidet ihr, wer spielt?“ Ein guter Verein hat darauf eine Antwort.

Der Sonderfall Co-Trainer-Sohn

Dass ein Elternteil im Trainerstab ist, bringt Konflikte mit sich, die er selbst nicht immer überblickt. Manche Co-Trainer überkompensieren und lassen den eigenen Sohn bewusst weniger spielen. Andere merken nicht, dass sie ihn bevorzugen. Und manchmal ist er schlicht der bessere Torwart, auch wenn dir das gerade schwerfällt.

Du musst das nicht entscheiden. Aber du darfst den Verein fragen, wie solche Situationen geregelt sind. Viele Vereine haben dafür einen Jugendleiter oder eine Ansprechperson.

Was dein Kind mitbekommt

Kinder hören mehr zu, als wir denken. Wenn du zu Hause über „Vetternwirtschaft“ schimpfst, übernimmt dein Kind das Bild: Hier wird gegen mich gespielt, egal was ich tue. Dann verliert es die Lust am Üben, weil Leistung angeblich nichts ändert.

Sag stattdessen: „Ich verstehe, dass dich das ärgert. Lass uns schauen, was du selbst beeinflussen kannst.“ Und dann tu genau das, ein bis zwei konkrete Dinge im Training, die dein Kind zeigen kann.

Wenn sich nichts ändert

Nach einigen Wochen darfst du ehrlich fragen, ob das der richtige Verein ist. Das ist keine Kapitulation. Es gibt Teams, in denen dein Kind die Chance bekommt, die es verdient, und es gibt andere, in denen die Rollen vorher verteilt sind. Du hast die Wahl, aber triff sie mit Zahlen im Kopf statt mit Wut im Bauch.

Wenn dir im Moment die Worte fehlen, kann Sideline dir Formulierungen für das Gespräch mit deinem Kind vorschlagen.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.