Für Eltern

Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel

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Trainer hat Lieblinge oder bevorzugt Vorstands-Kinder

Das Gefühl, dass der Trainer manche Kinder bevorzugt, ist schwer auszuhalten. So prüfst du, was dahintersteckt, und sprichst es an, ohne Fronten aufzubauen.

Der Sohn des Vorstandsvorsitzenden spielt jedes Spiel von Anfang an, auch wenn er im Training oft fehlt. Dein Kind trainiert dreimal die Woche und sitzt auf der Bank. Diese Situation kennen mehr Eltern, als in Vereinen offen darüber gesprochen wird, und sie fühlt sich schnell ungerecht an.

Erst prüfen, dann urteilen

Bevor du jemandem Vetternwirtschaft vorwirfst, lohnt sich ein ehrlicher Blick. Wer fehlt im Training, wer fehlt nie? Auf welcher Position spielt das andere Kind, und wo siehst du dein Kind eher? Manchmal hat ein Trainer Gründe, die du von der Seitenlinie aus nicht erkennst, und manchmal hast du schlicht recht.

Schreib dir über zwei oder drei Wochen auf, was du beobachtest. Spielminuten, Trainingsanwesenheit, Aufstellungen. Das hilft dir später, sachlich zu bleiben, und es schützt dich vor dem Eindruck, du seist nur gekränkt.

Was dein Kind davon mitbekommt

Kinder spüren Ungerechtigkeit früh, haben aber oft keine Worte dafür. Dein Kind sagt vielleicht „Ich bin halt nicht gut genug", obwohl das Problem woanders liegt. Frag nach, wie es die Lage sieht, und erkläre nicht gleich alles.

Ein hilfreicher Satz ist „Ich sehe, dass du dich anstrengst. Dass du nicht spielst, sagt nichts darüber, wie viel du kannst." Gleichzeitig solltest du nicht versprechen, dass sich alles ändert. Ehrlich ist „Ich spreche mit dem Trainer, aber ich weiß nicht, was dabei herauskommt."

Auf keinen Fall solltest du vor dem Kind über das Vorstandskind lästern. Das Kind kann nichts dafür, und dein Kind trifft es beim nächsten Training wieder in der Kabine.

Das Gespräch führen

Geh zuerst zum Trainer; Vorstand und Elterngruppe kommen später oder gar nicht. Ein Satz wie „Mich beschäftigt, wie die Spielzeiten verteilt werden. Wie entscheidest du das?" stellt eine echte Frage und wirft nichts vor. Die Antwort verrät dir oft viel; kommt etwas Nachvollziehbares, hast du etwas gelernt, kommt Ausweichen, ist das auch eine Information.

Frag außerdem konkret, woran dein Kind arbeiten kann, damit es öfter spielt. Das gibt dem Gespräch eine Richtung, die dein Kind selbst beeinflussen kann.

Wenn es sich nicht bessert

Zeigt sich über Monate, dass Entscheidungen nach Nähe zum Verein fallen, ist die Jugendleitung die nächste Adresse. Wähle auch dort einen sachlichen Ton und bring deine Notizen mit. Manchmal ist am Ende ein Vereinswechsel die ehrlichste Lösung, gerade ab der D-Jugend, wenn Kinder ernsthaft spielen wollen.

Klagt dein Kind über Bauchweh vor dem Training oder zieht sich zurück, sprich mit ihm darüber und frag bei anhaltenden Beschwerden die Kinderärztin oder den Kinderarzt.

Sideline kann dir in diesem Moment Formulierungen für das Gespräch mit dem Trainer oder mit deinem Kind vorschlagen.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.