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Dein Kind kann nicht verlieren und tobt

Nach dem verlorenen Match wirft dein Kind den Schläger auf den Platz. Was dahinter steckt und welche Sätze und Regeln jetzt helfen.

Das Match ist verloren, 4:6 im dritten Satz, und der Schläger fliegt quer über den Platz. Dein Kind brüllt, stampft zum Zaun und lässt sich nicht ansprechen. Auf der Bank daneben schauen andere Eltern herüber, und du wünschst dir, der Boden würde sich auftun.

Was hinter dem Toben steckt

Kinder zwischen 6 und 14 können ihre Gefühle oft noch nicht so gut bremsen wie Erwachsene. Verlieren fühlt sich für sie körperlich groß an: Die Enttäuschung ist riesig, der Kopf voll, und der Ärger sucht einen Ausgang. Der Schläger ist dann einfach das, was gerade in der Hand liegt.

Manche Kinder toben auch, weil sie sich vor dir schämen. Sie haben das Gefühl, dich enttäuscht zu haben, und die Wut deckt die Traurigkeit zu.

Was du in diesem Moment tust

Greif nicht sofort ein. Warte ein paar Atemzüge, geh dann ruhig auf dein Kind zu und sprich leise. „Ich sehe, du bist wütend. Komm, wir holen den Schläger zusammen.“ Dein Kind soll hören, dass das Gefühl in Ordnung ist, auch wenn das Werfen es nicht ist.

Ist die Wut noch zu groß, lass Abstand. Ein Schluck Wasser, ein Gang zum Auto, fünf Minuten ohne Worte helfen mehr als jede Erklärung. Wer mitten im Sturm belehrt wird, hört nichts davon.

Klare Regeln, ruhig vorgetragen

Sobald sich die Lage beruhigt hat, kannst du die Grenze benennen: „Wütend sein darfst du. Den Schläger werfen darfst du nicht, weil jemand getroffen werden kann.“ Vereinbart gemeinsam, was nach einem verlorenen Punkt hilft, zum Beispiel einmal tief ausatmen, die Hand ans Netz legen oder bis fünf zählen.

Auch das Händeschütteln am Netz lässt sich üben. Du kannst es zu Hause vorspielen: Du bist der Gegner, dein Kind gibt die Hand und sagt „Gut gespielt“. Das klingt albern, aber es nimmt den Druck, wenn es später ernst wird.

Vermeiden solltest du Spott („Du benimmst dich wie ein Baby“) und Strafen ohne Erklärung. Auch das Aussuchen der Schuld bei anderen („Der Schiedsrichter war schlecht“) lehrt dein Kind, dass der Ärger immer von außen kommt.

Was langfristig hilft

Sprich nach einem Match darüber, was gut lief. Der erste Aufschlag, ein langer Ballwechsel, ein gewonnenes Spiel: Kinder, die auch in einer Niederlage etwas Gutes finden, lernen, dass ein Ergebnis nicht alles über sie sagt.

Wenn dein Kind über lange Zeit extrem reagiert, nicht mehr schläft oder jede Niederlage tagelang nachwirkt, sprich mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin.

Wenn du in so einem Moment nicht weißt, was du sagen sollst, kann Sideline dir Formulierungen vorschlagen, die ruhig und klar sind.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.