Für Eltern

Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel

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Du lässt deine Wut am Kind aus

Auf dem Rückweg vom Spiel bist du laut geworden und es tut dir leid. Wie du es wiedergutmachst und beim nächsten Mal früher bremst.

Du hast es wieder getan. Auf der Fahrt nach Hause hast du gebrüllt, dein Kind sitzt klein auf der Rückbank, und im Auto ist es ganz still. Dir ist längst klar, dass du übertrieben hast, und dir ist ein bisschen schlecht davon.

Warum das so schnell passiert

Beim Sport deines Kindes steht viel auf dem Spiel, jedenfalls fühlt es sich so an. Du hast Zeit, Geld und Hoffnung hineingesteckt, du stehst am Rand und kannst nicht eingreifen, und am Ende landet der aufgestaute Ärger bei dem Menschen, der am nächsten sitzt. Das macht dich noch nicht zu einem schlechten Elternteil, es verlangt eine Entschuldigung.

Was du jetzt tun kannst

Warte nicht, bis sich die Situation von allein auflöst. Sprich noch am selben Abend mit deinem Kind, in einem ruhigen Moment, nicht zwischen Tür und Angel. Setz dich auf Augenhöhe und sag klar, was du getan hast: „Ich habe dich im Auto angeschrien. Das war falsch, und es tut mir leid.“

Danach hörst du zu. Dein Kind darf sagen, wie es sich gefühlt hat, auch wenn das unangenehm ist. Unterbrich nicht, erkläre dich nicht und verteidige dich nicht mit „aber du hast ja auch ...“. Eine Entschuldigung mit Einschränkung nimmt sie wieder zurück.

Dein Kind merkt sich diese Szene länger, als du vermutest. Es lernt daran aber auch, dass Erwachsene Fehler zugeben dürfen, und das ist ein Gewinn.

Beim nächsten Mal früher bremsen

Merke dir, woran du den Anstieg erkennst. Bei manchen Eltern ist es der enge Kiefer, bei anderen das Lautwerden der Stimme oder das Tempo beim Fahren. Sobald du es spürst, hast du noch einen Moment.

Gib dir selbst eine Regel, die du schon vorher festlegst. Zum Beispiel: „Nach dem Spiel sage ich 24 Stunden nichts zur Leistung.“ Oder du stellst den Radiosender ein und atmest bis zur nächsten Ampel aus. Auch ein Satz wie „Ich brauche kurz Ruhe, lass uns später reden“ ist ehrlicher als Schweigen mit Zähneknirschen.

Hilfreich ist ebenfalls ein Gespräch mit einer anderen Mutter oder einem anderen Vater im Verein. Wer hört, dass es anderen genauso geht, wird gelassener.

Gelingt es dir über Wochen nicht, den Ärger zu steuern, oder erschrickst du selbst vor deiner Heftigkeit, such dir Unterstützung, etwa in einer Familienberatungsstelle oder bei deiner Hausärztin. Das zeigt Verantwortung.

Was dein Kind braucht

Nach einem schlechten Moment hilft es deinem Kind am meisten, wenn du zurückkommst und es wieder gutmachen willst.

Wenn du nach so einem Abend nicht weißt, wie du anfangen sollst, kann Sideline dir Formulierungen für das Gespräch vorschlagen.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.