Für Eltern

Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel

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Du schreist am Spielfeldrand und weißt, dass es nicht hilft

Fast jedes Sportelternteil kennt den Moment, in dem es zu laut wird. Warum das passiert und welche fünf kleinen Gewohnheiten dir am Rand mehr Ruhe geben.

Dein Kind steht frei vor dem Tor, und dann hörst du eine Stimme, die deine ist. „Schieß doch!“ Das Tor fällt nicht, und auf dem Weg zurück sieht dein Kind kurz zu dir herüber.

Du bist nicht allein damit. Die meisten Sporteltern rufen irgendwann mehr, als sie wollten, und fast alle ärgern sich danach darüber. Der Rand eines Spielfelds ist ein Ort, an dem Gefühle schneller hochkochen als im Alltag, weil man zusieht, aber nichts tun kann.

Warum es dein Kind eher verunsichert

Ein Kind auf dem Platz muss sehr viel gleichzeitig verarbeiten: Gegner, Mitspieler, die Anweisungen des Trainers. Wenn von außen zusätzlich noch eigene Eltern hineinrufen, entstehen zwei oder drei Stimmen, die sich widersprechen können. Viele Kinder reagieren darauf, indem sie zögern oder gar nicht mehr hinhören.

Dazu kommt: Rufe von den Eltern klingen für das Kind oft wie Bewertungen, auch wenn sie als Hilfe gemeint sind. „Lauf!“ kann sich anfühlen wie „Du bist zu langsam.“

Fünf kleine Gewohnheiten

Such dir einen Platz, der etwas weiter weg ist. Wer ein paar Meter Abstand hat, ruft automatisch weniger.

Nimm dir vor, nur Positives zuzurufen, und zwar allgemein: „Weiter so!“, Applaus, Jubel nach guten Aktionen für beide Teams. Anweisungen zur Taktik überlässt du dem Trainer.

Atme bewusst, wenn es eng wird. Ein langer Atemzug und das Zählen bis fünf gibt dem Ärger eine Pause, bevor er sich in einem Zuruf entlädt.

Verabrede dich mit einer anderen Person aus dem Elternkreis. Ein leises „Du, gerade war's laut“ unter Erwachsenen funktioniert oft besser als Selbstkontrolle allein.

Und frag dein Kind in einem ruhigen Moment, was ihm vom Rand aus hilft. Manche Kinder wollen Anfeuern, manche wollen Stille, manche wollen nur, dass du da bist. Das kannst du nur erfahren, indem du fragst.

Wenn es doch passiert ist

Es wird passieren. Entschuldige dich dann kurz bei deinem Kind, ohne dich zu rechtfertigen: „Ich war vorhin zu laut. Das tut mir leid.“ Das ist nicht schwach, es zeigt deinem Kind, wie man mit eigenen Fehlern umgeht.

Du musst kein perfektes Sportelternteil sein. Es reicht, dass du dich von Mal zu Mal ein bisschen besser kennst.

Ein Wort an Geschwister und Großeltern

Die Regeln gelten nicht nur für dich. Wenn Geschwister oder Großeltern mitkommen, lohnt es sich, vorher kurz zu besprechen, wie ihr euch am Rand verhalten wollt. Gerade Großeltern sind oft stolz und laut; das ist liebevoll gemeint, kann dein Kind aber in Verlegenheit bringen. Ein freundliches „Wir feuern nur an, Anweisungen gibt der Trainer“ reicht meistens. Und Geschwister dürfen ruhig mitjubeln, solange niemand das Spiel kommentiert oder bewertet. So wird der Rand zu einem Ort, an dem sich alle willkommen fühlen.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.