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Kind hat nach 9 Monaten keinen Freund im Verein

Neun Monate im Verein und noch kein Freund in Sicht. Was Kinder brauchen, damit Freundschaft entstehen kann, und was Eltern besser lassen.

Dein Kind geht seit neun Monaten zum Training. Es kennt die Übungen, die Namen und den Weg in die Kabine. Aber wenn du fragst, mit wem es sich versteht, kommt ein Schulterzucken. Kein Name, keine Verabredung, kein Kind, das ihm am Wochenende schreibt.

Zeit ist selten das Problem

Neun Monate klingen lang, und trotzdem bauen viele Kinder in dieser Zeit keine enge Freundschaft auf. Beim Training stehen sie nebeneinander, sprechen aber wenig. Es geht um Passen, Dribbeln und Drills, nicht um Gespräche. Wer von sich aus nicht viel redet, findet dort schwer Anschluss.

Dazu kommt, dass bestehende Gruppen oft schon länger zusammen sind. Dein Kind steht dann am Rand eines Kreises, der nie böse zu ihm war, aber auch nicht aufgemacht hat.

Was dein Kind selbst sagt

Frag nicht „Hast du keine Freunde?“. Die Frage trägt schon das Urteil in sich. Frag lieber: „Mit wem sitzt du in der Kabine am liebsten?“ oder „Wer ist beim Training meistens in deiner Gruppe?“ Aus solchen Antworten erfährst du, wo erste Kontakte liegen könnten.

Manche Kinder wollen gar nicht viele Freunde im Verein. Sie gehen wegen des Fußballs hin und haben ihre Freunde woanders. Das ist in Ordnung, solange dein Kind nicht leidet.

Wie du Gelegenheiten schaffst

Eine Fahrgemeinschaft nach dem Training hilft oft mehr als jedes Gespräch. Im Auto sitzen zwei Kinder nebeneinander und reden von allein. Biete an, ein Kind aus dem Team mitzunehmen, auch wenn es nicht dein Wunschkandidat ist.

Frag die Trainerin, ob sich beim Aufwärmen oder bei Zweiergruppen jemand findet, der zu deinem Kind passen könnte. Trainer kennen die Kinder meistens besser, als Eltern denken.

Auch ein Treffen zu Hause oder auf dem Bolzplatz außerhalb des Trainings kann viel verändern. Dort fehlt der Wettkampf, und die Kinder lernen sich anders kennen.

Was du vermeiden solltest

Mach keinen Druck mit Sätzen wie „Du musst nur mal auf die anderen zugehen“. Dein Kind weiß vermutlich längst, was es tun sollte, und scheitert an der Hürde, nicht am Wissen.

Vergleiche es auch nicht mit Geschwistern oder Kindern, die „sofort Anschluss gefunden“ haben.

Wann ein zweiter Blick nötig ist

Wenn dein Kind unglücklich wirkt, nicht mehr hingehen will oder vom Verein nur noch mit Widerwillen spricht, lohnt sich ein offenes Gespräch. Vielleicht passt die Mannschaft nicht, vielleicht eine andere Altersgruppe besser.

Freundschaft braucht Gelegenheiten, die sich wiederholen. Nach neun Monaten ist noch nichts verloren, es braucht nur den richtigen Anlass.

Was dein Kind sich vielleicht wünscht

Frag es einmal ohne Umwege: „Wenn du dir aussuchen könntest, mit wem du mal was machst, wer wäre das?“ Viele Kinder haben ein Kind im Blick, trauen sich aber nicht, es anzusprechen. Mit einem Namen in der Hand lässt sich viel leichter planen, etwa eine Einladung zum Spielen nach dem Training oder eine gemeinsame Fahrt zum nächsten Spiel.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.