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Kind auf dem Platz: ‚geh weg‘ vom Mitspieler

Dein Kind schickt einen Mitspieler auf dem Platz weg oder bekommt das selbst zu hören. Was dahintersteckt und wie du darauf reagierst.

Du stehst am Spielfeldrand und hörst es quer über den Platz: „Geh weg!“ Der Ruf kommt von einem Mitspieler, nicht von einem Gegner. Und er richtet sich gegen dein Kind oder kommt von ihm. Du zuckst zusammen, weil du nicht weißt, auf welcher Seite du stehen sollst.

Warum Kinder das sagen

Auf dem Platz geht es schnell, laut und emotional zu. Ein Kind, das im Ballbesitz ist, empfindet den Mitspieler daneben vielleicht als Störung. Ein anderes will den Ball haben und sagt es im falschen Ton. Der Satz „Geh weg“ ist selten ein Urteil über die Person, er ist oft ein Ausdruck von Anspannung.

Das heißt nicht, dass es in Ordnung ist. Aber es erklärt, warum Kinder das untereinander häufiger sagen, als Erwachsene ahnen.

Wenn dein Kind den Satz sagt

Warte bis nach dem Spiel, bevor du darüber sprichst. Im Moment des Spiels steht dein Kind unter Strom. Im Auto, wenn es sich beruhigt hat, kannst du fragen: „Was war da los?“

Hör zuerst zu. Oft kommt etwas wie „Der hat mir den Ball nie gepasst“. Dann hilft es, gemeinsam zu überlegen, wie man das anders sagen könnte: „Gib mir mal den Ball“ statt „Geh weg“.

Dein Kind muss lernen, dass Wut erlaubt ist, aber nicht jedes Mittel passt.

Wenn dein Kind den Satz hört

Hier ist es wichtiger, zuerst das Gefühl zu spiegeln: „Das hat dich getroffen, oder?“ Danach kannst du fragen, ob es das schon öfter gehört hat. Ein einzelner Satz im Eifer des Gefechts ist etwas anderes als ein Muster.

Rate nicht zu „Sag einfach, dass er aufhören soll“. Das klingt leichter, als es für ein Kind auf dem Platz ist.

Was der Trainer tun kann

Sprich den Trainer an, wenn der Ton im Team insgesamt rau wird. Eine klare Teamregel für den Umgang miteinander, etwa dass niemand weggeschickt wird, hilft oft mehr als Einzelgespräche. Viele Trainer sind froh, wenn Eltern das Thema ruhig aufbringen.

Ruf nicht über den Platz und maßregle die Kinder selbst. Das beschämt dein Kind und macht die Lage meist schlimmer.

Woran du erkennst, dass mehr dahintersteckt

Wenn derselbe Mitspieler immer wieder dieselben Sätze zu deinem Kind sagt, oder wenn dein Kind nach dem Training bedrückt wirkt, lohnt sich ein genauerer Blick. Dann hat das mit Spielhitze nichts mehr zu tun; es geht um den Umgang im Team.

Ein harter Satz auf dem Platz ist noch kein Mobbing. Aber er ist ein guter Anlass, mit deinem Kind über Ton und Respekt zu sprechen.

Ein Wort zur Lautstärke am Spielfeldrand

Kinder übernehmen den Ton, den sie hören. Wenn am Rand geschimpft und gerufen wird, klingt das auf dem Platz bald genauso. Du kannst selbst ein Vorbild sein, indem du ruhig bleibst und Mitspieler genauso anfeuerst wie das eigene Kind. Das wirkt leise, aber es prägt die Stimmung im Team stärker, als man denkt.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.