Sport, Entwicklung und was Kinder wirklich bewegt
Beim Aufwärmen laufen die einen zusammen, beim Dehnen sitzen die anderen beieinander. Dein Kind steht dazwischen, mal hier, mal dort, und gehört irgendwie überall hin und nirgends ganz.
Fast jede Mannschaft bildet Untergruppen: Kinder, die zusammen zur Schule gehen, Nachbarn, Freunde aus dem Kindergarten. Das ist kein Zeichen von Böswilligkeit, sondern das, was Gruppen von allein tun.
Es wird schwieriger, wenn Cliquen sich abgrenzen oder konkurrieren. Dann entsteht für Kinder, die in keine passen, ein Gefühl von Heimatlosigkeit.
Dein Kind braucht kein Rezept, wie es Teil einer Clique wird. Es braucht jemanden, der ihm zuhört und es nicht zu etwas drängt, das es nicht will. Manche Kinder sind gern Einzelgänger, andere leiden daran.
Frag es, wie es sich fühlt. Wenn es sagt, dass es sich einsam fühlt, nimm das ernst.
Eine Clique ist nicht der einzige Weg zur Zugehörigkeit. Oft hilft eine einzelne Freundschaft. Lade ein Kind aus der Mannschaft zu euch ein, zum Spielen, zum Essen, zum Eis. Es braucht Zeit, aber ein guter Kontakt kann die ganze Wahrnehmung verändern.
Achte darauf, Kinder aus verschiedenen Gruppen einzuladen. So lernt dein Kind, dass es nicht eine bestimmte Seite wählen muss.
Frag den Trainer, wie er die Gruppendynamik einschätzt. Gute Trainer wissen, wer mit wem klarkommt, und sorgen dafür, dass sich Kinder mischen: Übungen in zufälligen Paaren, Teams, die wechseln, Aufgaben, die gemeinsam gelöst werden.
Wenn der Trainer das nicht tut, kannst du es freundlich anregen. Viele sind dankbar für den Hinweis.
Halte dich bei Streitigkeiten zwischen Cliquen heraus. Auch wenn du merkst, dass dein Kind ungerecht behandelt wird, solltest du nicht die Eltern der anderen Kinder angreifen. Das macht die Lage selten besser.
Ein ruhiges Gespräch mit dem Trainer und einzelne Einladungen sind meist wirksamer als großer Auftritt.
Wenn dein Kind regelmäßig ausgegrenzt wird, wenn gelästert wird oder wenn es nicht mehr hingehen will, ist das mehr als eine Clique. Dann lohnt es sich, ausführlicher mit dem Trainer oder dem Jugendleiter zu sprechen.
In allen anderen Fällen hilft Geduld. Gruppen verändern sich, besonders in der Pubertät, und ein Kind, das jetzt dazwischen steht, findet seinen Platz oft später.
„Du musst nicht überall dazugehören, aber du darfst dich auf jemanden verlassen können.“ Dieser Gedanke entlastet viele Kinder, weil er ihnen erlaubt, ihren eigenen Weg durch die Gruppe zu finden.
Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.