Sport, Entwicklung und was Kinder wirklich bewegt
Der Bus steht vor der Halle, die Kinder steigen ein, rufen sich Plätze zu. Dein Kind steigt als Letztes ein und setzt sich allein in eine Reihe. Du siehst es durch die Scheibe und möchtest am liebsten mitfahren.
Es kann viele Gründe geben. Die Kinder sitzen neben ihren besten Freunden. Dein Kind ist neu. Es gibt eine Clique, die es ausschließt. Oder die anderen haben einfach zuerst gewählt.
Du weißt es nicht, solange du nicht fragst, und dein Kind erzählt es dir vielleicht nicht sofort.
Wenn dein Kind davon erzählt, lass es ausreden. Sag nicht sofort, dass es sich nicht so haben soll. Gib ihm die Chance, zu beschreiben, wie es sich anfühlt. Allein im Bus zu sitzen, während alle lachen, ist für viele Kinder unangenehm.
Wenn es nichts sagt, beobachte, ob sich sein Verhalten verändert: weniger Lust auf Fahrten, Bauchschmerzen vor dem Abfahrtstag, schlechte Laune nach Auswärtsspielen.
Frag den Trainer, wie die Sitzplätze geregelt werden. Viele Trainer lassen die Kinder frei wählen, andere teilen ein. Wenn dein Kind regelmäßig allein sitzt, kann der Trainer eine Sitzordnung einführen, die wechselt. Das nimmt den Druck.
Du kannst auch anregen, dass der Trainer selbst das Thema im Blick behält. Er ist meistens im Bus und bekommt mehr mit, als Eltern denken.
Gib deinem Kind etwas mit, das ihm im Bus guttut: Kopfhörer, ein Buch, ein Spiel, das es zu zweit spielen kann. Wenn es ein bestimmtes Kind mag, bring beide vorher zusammen, zum Beispiel bei einem Treffen. Dann hat es jemanden, mit dem es sich verabreden kann.
Hilfreich ist auch ein Satz, den dein Kind selbst sagen kann: „Darf ich mich zu dir setzen?“ Manche Kinder trauen sich das nicht, weil sie Ablehnung fürchten. Übt es zu Hause.
Wird dein Kind dauerhaft gemieden oder aktiv ausgegrenzt, ist das mehr als ein Sitzplatz. Dann sprich offen mit dem Trainer und gegebenenfalls mit dem Jugendleiter. Gute Vereine nehmen so etwas ernst.
Bis dahin hilft dein Kind am meisten das Gefühl, dass du hinter ihm stehst, egal wo es im Bus sitzt.
Kinder lernen, mit Ablehnung umzugehen, wenn sie eine verlässliche Bezugsperson haben, die ihnen zuhört. Dein Kind muss nicht von allen gemocht werden. Aber es soll wissen, dass es zu Hause immer einen Platz hat.
Frag, ob du als Elternteil mitfahren darfst, wenn Platz im Bus ist. Dann sitzt dein Kind nicht allein, und du bekommst selbst ein Bild davon, wie die Stimmung ist. Das ersetzt kein Gespräch, gibt dir aber eine Grundlage dafür.
Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.