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„Ist mir egal“: Was dein Kind nach dem Spiel damit meint

Nach dem Spiel kommt von deinem Kind ein „Ist mir egal“. Meistens steckt etwas anderes dahinter. Wie du reagierst, ohne zu bohren.

Ein Satz, der selten die ganze Wahrheit ist

Das Spiel ist vorbei, ihr steht in der Kabine oder am Auto, du fragst „Und, wie war’s?“ und bekommst ein „Ist mir egal“ zurück. Manche Eltern hören darin Desinteresse und werden laut, andere gehen betroffen auf Abstand. Beides trifft meistens nicht, was dein Kind sagen will.

Ein Kind zwischen 6 und 14 hat oft noch keine Worte für das Gemisch aus Enttäuschung, Müdigkeit, Scham und Erleichterung, das nach einem Spiel in ihm steckt. „Ist mir egal“ ist die kürzeste Form, das Thema zu beenden. Häufig will dein Kind damit sagen: „Ich möchte gerade nicht darüber reden“ oder „Ich hab Angst, dass du enttäuscht bist.“

Was du in dem Moment tun kannst

Lass den Satz zunächst stehen. Wer sofort nachhakt, bekommt meist eine zweite, noch genervtere Variante des gleichen Satzes.

Du kannst etwas sagen wie:

„Okay. Dann reden wir später, wenn du magst.“

Und dann tust du etwas Normales. Du gibst ihm die Trinkflasche, fragst nach dem Essen, schaltest die Musik an. Dein Kind merkt, dass du es nicht fallen lässt, auch wenn es mauert.

Vermeiden solltest du Sätze wie „Wie kann dir das egal sein, wir haben so viel investiert“ oder „Dann brauchst du ja nicht mehr zum Training“. Der erste macht Schuldgefühle, der zweite klingt wie eine Drohung, und beide beenden das Gespräch endgültig.

Später noch einmal ansetzen

Oft öffnet sich ein Kind erst, wenn es nicht angeschaut wird: beim Autofahren, beim Abwasch, vor dem Einschlafen. Dann kannst du eine Frage stellen, die kleiner ist als „Wie war das Spiel?“ Zum Beispiel „Was war der beste Moment heute?“ oder „Gab es etwas, das dich geärgert hat?“

Manchmal kommt dann ein Satz wie „Der Trainer hat mich ausgewechselt“ oder „Die anderen haben gelacht, als ich den Ball verloren hab“. Nimm das ernst, ohne es gleich zu reparieren. „Das war bestimmt unangenehm“ reicht erst einmal völlig aus.

Wann du genauer hinschauen solltest

Ein einzelnes „Ist mir egal“ ist kein Alarmzeichen. Wiederholt sich der Satz aber über Wochen und dein Kind verliert die Freude an Dingen, die es vorher gern gemacht hat, oder klagt oft über Bauchweh vor dem Training, ist ein Gespräch sinnvoll, mit deinem Kind selbst und mit dem Trainer. Halten die Beschwerden an, frag den Kinderarzt oder die Kinderärztin.

Falls dir in solchen Momenten die Worte fehlen, kann Sideline dir Formulierungen vorschlagen, mit denen du das Gespräch öffnest, ohne zu drängen.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.