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Dein Kind sitzt trotz Fleiß auf der Bank

Dein Kind trainiert fleißig und bekommt trotzdem wenig Spielzeit. Was du ihm sagen kannst und was du besser lässt, bevor du den Trainer ansprichst.

Samstagmorgen, kurz vor dem Spiel. Dein Kind hat die ganze Woche im Training gegeben, was es konnte, und steht jetzt wieder in der Aufstellung bei den Ersatzspielern. Du siehst, wie es die Trinkflasche festhält und so tut, als wäre es ihm egal.

Was in deinem Kind gerade vorgeht

Kinder im Alter von sechs bis vierzehn Jahren deuten Bankplätze oft als Urteil über sich selbst. Dass der Trainer vielleicht Gründe hat, die mit Position, Tagesform oder der Aufteilung im Kader zu tun haben, kommt in ihrem Kopf zunächst nicht vor.

Dein Kind braucht deshalb von dir zuerst ein Gegenüber, das zuhört. Sag nicht sofort, dass der Trainer unfair sei. Das fühlt sich im Moment gut an, schadet aber auf Dauer, weil dein Kind dann den Trainer als Gegner sieht und den Respekt vor der Mannschaft verliert.

Sätze, die tragen

Nach dem Spiel, wenn die erste Enttäuschung vorbei ist, passen Sätze wie „Ich habe gesehen, wie du dich beim Aufwärmen reingehängt hast" oder „Du hast von der Bank aus laut angefeuert, das hat man gehört". Beides ist konkret und stimmt vermutlich, wenn du am Platz warst.

Eine Frage hilft oft mehr als jeder Trost. „Was würdest du gern besser können?" oder „Hast du Lust, mal beim Trainer nachzufragen, woran du arbeiten kannst?" gibt deinem Kind einen eigenen Schritt. Gerade in der D-Jugend ist es für Kinder eine gute Übung, selbst um eine Rückmeldung zu bitten. Bei jüngeren E-Jugend-Kindern kannst du die Frage auch gemeinsam vorbereiten.

Das Wort „Fleiß" verdient Vorsicht. Wenn du sagst „Du trainierst doch so viel, du müsstest eigentlich spielen", baust du einen Anspruch auf, den niemand eingelöst hat. Fleiß ist wichtig und trotzdem keine Garantie für Einsatzzeit; das darf dein Kind in kleiner Dosis hören.

Was du lassen solltest

Kein Kommentar von der Seitenlinie über die Aufstellung, auch nicht leise zum Nachbarn, denn Kinder hören mehr, als man denkt. Kein Vergleich mit dem Kind, das statt deinem spielt. Und keine Nachricht an den Trainer am Abend desselben Tages, wenn du noch wütend bist.

Ein Gespräch mit dem Trainer kann sinnvoll sein, am besten einige Tage später und mit einer offenen Frage. „Woran kann mein Kind in den nächsten Wochen arbeiten?" ist besser als „Warum spielt er nie?". Viele Vereine erwarten außerdem, dass Eltern erst das Kind selbst fragen lassen.

Falls dein Kind über längere Zeit unlustig zum Training geht, schlecht schläft oder über Bauchweh klagt, sprich mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Das hat dann vielleicht mit mehr als dem Fußball zu tun.

Wenn du die richtigen Worte suchst

Gerade am Samstagabend, wenn dein Kind leise im Auto sitzt, fällt es schwer, den passenden Satz zu finden. Sideline kann dir in solchen Momenten Formulierungen vorschlagen, die du auf euch zuschneidest.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.