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Sommerferien: Aktiv bleiben ohne Druck

Warum die Sommerpause mehr zur Entwicklung beiträgt als durchgehendes Training.

Die Sommerferien stellen viele Eltern vor dieselbe Frage: Wie viel Struktur braucht ein Kind, das sonst dreimal die Woche trainiert, wenn plötzlich sechs Wochen ohne Verein vor ihm liegen? Die Antwort, die die Sportpsychologie gibt, überrascht viele.

Warum die Pause zum Training gehört

Kinder im Vereinssport trainieren während des Schuljahres oft mehr als empfohlen. Was viele nicht wissen ist, dass Pausen kein Unterbruch des Fortschritts sind, sondern ein Teil davon. Das Prinzip der Periodisierung, das im Leistungssport seit Jahrzehnten angewendet wird, besagt dass der Körper gezielte Erholungsphasen braucht um sich anzupassen und zu wachsen. Ohne sie stagniert die Entwicklung, und das Verletzungsrisiko steigt.

Studien zur Burnout-Prävention im Jugendsport zeigen, dass Kinder mit regelmäßigen sportfreien Phasen länger im Sport bleiben als jene, die das ganze Jahr ohne echte Unterbrechung trainieren. Das schlechte Gewissen, das viele Eltern begleitet wenn ein Kind eine Woche lang einfach nichts tut, ist vor diesem Hintergrund unbegründet. Kein Kind hat seinen Platz im Team verloren, weil es im Sommer Pause gemacht hat.

Was unstrukturiertes Spiel leistet

Aktiv bleiben in den Ferien bedeutet nicht, das Vereinstraining durch Feriencamps zu ersetzen. Die American Academy of Pediatrics veröffentlichte 2018 eine Studie, die zeigte dass unstrukturiertes Spiel, also Bewegung ohne Anleitung, Bewertung oder Leistungsziel, für die motorische und kognitive Entwicklung von Kindern unverzichtbar ist. Bewegung aus eigener Initiative, ob das Schwimmen ist, Fahrradfahren oder eine Sportart die das Kind einfach ausprobieren will, fördert Koordination und Freude an Bewegung auf eine Weise, die strukturiertes Training nicht ersetzen kann.

Was Eltern während der Ferien tun können

Die wirksamste Unterstützung in den Sommerferien ist meistens die unauffälligste. Bewegung anbieten ohne sie einzufordern, dem Kind die Wahl lassen welche Aktivität es anspricht, und Sport als Familienerlebnis gestalten statt als Programm. Ein gemeinsamer Ausflug, eine neue Sportart die das Kind schon immer mal ausprobieren wollte, oder einfach Zeit draußen ohne Plan, das reicht.

Wenn die Saison näher kommt, lohnt es sich das Kind selbst darüber reden zu lassen. Was freut es sich, wieder zu haben? Was hat es vermisst?

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.