Für Eltern

Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel

Artikel

Wachstumsschmerzen, Fersenschmerzen und Morbus Sever beim Sport

Dein Kind klagt über Beine, Ferse oder Knie: Wachstumsschmerzen oder Überlastung?

So ordnest du Wachstumsschmerzen sowie Fersen- und Kniebeschwerden beim Sport ein, wann ein Kinderarzt draufschauen sollte und was du am Training anpassen kannst.

Probier es jetzt aus!

Lädt…
z.B. Timo hat als Tormann einen Patzer gemacht und weint. Er will nicht in die Kabine.

Dein Kind kommt vom Training und humpelt zum Auto. Oder es wacht nachts auf und hält sich die Beine. Als Elternteil willst du wissen, ob das einfach zum Wachsen gehört oder ob der Sport zu viel verlangt. Beides kommt vor. Im Moment fühlt es sich für dein Kind gleich an.

Dieser Text gibt dir eine Orientierung. Er ersetzt keine Untersuchung; ob hinter den Beschwerden etwas Harmloses oder etwas Behandlungsbedürftiges steckt, kann nur die Kinderärztin oder der Kinderarzt sagen.

Wachstumsschmerzen: Was typisch ist

Als Wachstumsschmerzen bezeichnet man Schmerzen in den Beinen, die vor allem Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter haben und für die sich keine körperliche Ursache finden lässt. Als Wachstumsschmerzen gilt das erst, wenn die Ärztin oder der Arzt anderes ausgeschlossen hat. Typisch ist, dass sie abends oder nachts auftreten, oft in beiden Beinen, in Oberschenkeln, Waden oder hinter den Knien. Am Morgen ist meist alles wieder gut, und tagsüber rennt dein Kind, als wäre nichts gewesen.

Was dazugehört: Das Bein sieht normal aus, es ist nicht geschwollen oder gerötet, und dein Kind hinkt nicht. Eine Massage, Wärme oder einfach Nähe lindern die Beschwerden oft.

Wenn die Ferse wehtut

Fersenschmerzen bei Kindern, die viel laufen und springen, haben manchmal einen anderen Hintergrund. Der medizinische Name lautet Apophysitis calcanei, im Alltag sagt man meist Morbus Sever. Dabei ist die Wachstumsfuge am Fersenbein gereizt, an der die Achillessehne ansetzt. Sie ist in der Wachstumsphase noch weicher als der Rest des Knochens und reagiert auf wiederholte Belastung.

Typisch ist, dass der Schmerz bei Belastung kommt: beim Anlaufen, nach dem Springen, beim Sprint, oft hinten oder unten an der Ferse. Dein Kind läuft vielleicht auf Zehenspitzen, um die Ferse zu schonen. In Ruhe lässt der Schmerz meist nach. Das unterscheidet ihn von den nächtlichen Wachstumsschmerzen, die genau dann auftreten, wenn nichts belastet.

Wenn das Knie wehtut

Ein ähnliches Bild gibt es am Knie. Bei Osgood-Schlatter ist die Stelle knapp unterhalb der Kniescheibe gereizt, an der die Sehne am Schienbein ansetzt. Betroffen sind meist ältere Kinder und Jugendliche, die viel springen, sprinten oder knien, etwa im Fußball, Basketball, Volleyball oder Turnen. Oft zeigt sich eine druckempfindliche Beule unterhalb der Kniescheibe, und Treppensteigen oder Hocken tut weh.

Wann du nicht abwarten solltest

Gehe mit deinem Kind zum Kinderarzt, wenn eines davon zutrifft:

  • Die Schmerzen sind nur auf einer Seite oder bleiben immer an derselben Stelle.
  • Die Stelle ist geschwollen, gerötet oder warm.
  • Dein Kind hinkt auch außerhalb des Trainings oder kann nicht mehr normal auftreten.
  • Die Schmerzen treten tagsüber ohne Belastung auf oder halten über Wochen an.
  • Die Schmerzen wecken dein Kind regelmäßig nachts oder betreffen nur ein Bein.
  • Dein Kind hat Gelenkschwellung oder Steifigkeit am Morgen, oder es wirkt auffällig müde und blass.
  • Dein Kind hat Fieber, wirkt insgesamt krank oder hat eine Verletzung hinter sich.
  • Du hast einfach ein ungutes Gefühl. Das reicht als Grund.

Gerade bei Beschwerden nur auf einer Seite oder bei Schmerzen tagsüber ohne Belastung lohnt sich ein Blick von außen. Sag dem Arzt, welchen Sport dein Kind macht und wie oft, das hilft bei der Einordnung.

Was du beim Training anpassen kannst

Die Kinderärztin entscheidet, was nötig ist. Bei Beschwerden, die von Belastung kommen, helfen oft ein paar einfache Dinge, über die du mit der Trainerin oder dem Trainer sprechen kannst:

Weniger Sprünge und Sprints für eine Weile, solange der Schmerz da ist. Das kann heißen: Dein Kind trainiert mit, macht aber bestimmte Übungen nicht. Dein Kind sollte Schmerzen nicht aushalten oder verbeißen müssen.

Zwischen den Trainingseinheiten ein Tag Pause, wenn der Wochenplan sehr voll ist. Mehrere Spiele am Wochenende und zusätzlich Training unter der Woche sind für Kinder in der Wachstumsphase viel.

Schuhe prüfen. Abgelaufene Fußballschuhe, harte Sohlen oder Schuhe, die zu klein geworden sind, können Fersenbeschwerden verstärken. Ob eine Einlage oder ein Fersenpolster sinnvoll ist, klärt der Arzt oder ein Orthopäde.

Dehnen und Aufwärmen nicht überspringen. Kurz locker laufen und die Waden dehnen, bevor es losgeht, ist besser als sofort den Sprint.

Und ein Satz an den Trainer, der oft weiterhilft: „Er hat gerade Fersenschmerzen und der Arzt soll draufschauen. Kann er heute bei den Sprüngen aussetzen?" Die meisten Trainer sind froh, wenn Eltern das früh sagen.

Was dein Kind dabei fühlt

Für ein Kind, das gern spielt, ist Pause schnell eine Strafe. Es hat Angst, den Platz in der Mannschaft zu verlieren, und sagt deshalb nichts. Darum lohnt sich eine Frage, die keinen Druck macht: „Tut dir irgendwo etwas weh, wenn du rennst oder springst?" Wenn dein Kind weiß, dass es ehrlich sein darf, ohne dass gleich alles abgesagt wird, sagt es früher Bescheid.

Das Wichtigste kurz

Wachstumsschmerzen kommen meist nachts, in beiden Beinen, und sind tagsüber verschwunden. Schmerzen an Ferse oder Knie, die beim Laufen und Springen auftreten, können mit einer gereizten Wachstumsfuge zu tun haben, bekannt als Morbus Sever und Osgood-Schlatter. Bei einseitigen Beschwerden, Schwellung, Hinken, Fieber oder anhaltenden Schmerzen gehört das Kind zum Kinderarzt. Beim Training helfen weniger Sprünge, Pausen, passende Schuhe und ein offenes Gespräch mit dem Trainer.

Sideline kann dir Formulierungen für das Gespräch mit dem Trainerteam vorschlagen, wenn dir im Moment die Worte fehlen.

Probier es jetzt aus!

Lädt…
z.B. Timo hat als Tormann einen Patzer gemacht und weint. Er will nicht in die Kabine.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.

  • DSGVO-konform
  • Made in Austria
  • Kostenlos testen ohne Zahlungsdaten