Sport, Entwicklung und was Kinder wirklich bewegt
Nach dem Training ruft der Trainer in die Runde: „Übt bitte zu Hause den Innenrist!“ Dein Kind nickt, steigt ins Auto und hat es bis zur nächsten Ampel vergessen. Du dagegen hast es dir gemerkt.
Meist steckt eine einfache Beobachtung dahinter. Beim Passspiel im Training klappt der Innenrist noch nicht sicher, und das Team kommt dadurch nicht weiter. Die Aufgabe für zu Hause ist eher ein Hinweis als ein Pflichtprogramm.
Frag den Trainer ruhig, was er sich vorstellt. „Wie viel und wie oft sollen wir das üben?“ ist eine ganz normale Frage. Die meisten freuen sich über Eltern, die mitdenken.
Kinder üben gern, wenn es ein Spiel ist. Der Innenrist lässt sich mit einer Wand und einem Ball üben. Oder mit einer kleinen Zielscheibe, etwa einem Eimer, einem Hula-Hoop-Reifen oder zwei Schuhen als Tor.
Mach daraus eine Herausforderung: „Wie viele Pässe in Folge triffst du das Ziel?“ Dein Kind kann seinen eigenen Rekord jagen. Zehn Minuten reichen, und es ist besser, aufzuhören, solange es noch Spaß macht.
Du bist nicht der Trainer, und das ist auch gut so. Wenn du ständig korrigierst, wird aus dem Spiel schnell Kritik, und dein Kind verliert die Lust. Wenn der Trainer etwas anders erklärt als du, entsteht außerdem Verwirrung.
Hilfreicher ist, dass du zuschaust, mitzählst oder den Ball zurückspielst. Wenn dein Kind von sich aus fragt „Mach ich das richtig?“, kannst du ehrlich antworten und sagen, was du siehst. Und du darfst auch zugeben: „Das weiß ich nicht, frag den Trainer.“
Das passiert, und es heißt nicht, dass dein Kind faul ist. Vielleicht war der Tag lang. Vielleicht fühlt sich die Aufgabe zu schwer an, und Üben erinnert dein Kind an das, was nicht klappt.
Dann hilft es, kleiner anzufangen oder den Rahmen zu wechseln, etwa mit einem Freund zusammen im Park. Zwang bringt bei so einer Aufgabe nichts, denn Technik lernt sich nur mit Konzentration, und die lässt sich nicht erzwingen.
Dann passiert nichts Schlimmes. Der Trainer arbeitet im Training weiter daran. Eine Aufgabe für zu Hause ist ein Angebot, kein Maßstab dafür, wie engagiert ihr als Familie seid.
Wenn du den Trainer nach der Übung fragst und er dir zeigt, was gemeint ist, hast du schon den halben Weg geschafft. Zehn gemeinsame Minuten pro Woche mit einem Ball sind für dein Kind mehr wert als jede perfekte Anleitung.
Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.