Für Eltern
Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel
Tennis: Der Coach sagt, nur wer 20 Stunden die Woche trainiert, wird etwas
Beim Abholen vom Platz sagt der Coach beiläufig, aber laut genug für andere Eltern: „Wer nicht 20 Stunden die Woche trainiert, wird nichts." Dein Kind spielt zweimal die Woche im Verein und einmal im Einzeltraining. Es liebt den Sport. Auf der Rückfahrt schaut es lange aus dem Fenster.
Mancher Coach spricht aus eigener Erfahrung, in der es im Leistungssport tatsächlich viele Stunden waren. Gemeint ist der Satz dann oft als Ansporn. Bei einem Kind, das zweimal die Woche zum Spaß spielt, kommt er aber als Vorwurf an, auch wenn niemand das möchte.
Kinder nehmen solche Sätze wörtlich. Dein Kind rechnet nach, dass es bei sechs Stunden „nichts wird". Aus Freude kann dann Druck werden, und aus einem schönen Nachmittag auf dem Platz eine Prüfung.
Frag nach dem Satz, den dein Kind gehört hat: „Was ist dir dabei durch den Kopf gegangen?" Lass die Antwort stehen, auch wenn sie traurig ist. Dein Kind muss nicht sofort hören, dass der Coach unrecht hat.
Setz dich mit deinem Kind hin und fragt euch, was es mit Tennis erreichen will. Spaß im Verein, Mannschaftsspiele, Turniere oder mehr? Je nach Antwort sieht ein passender Wochenplan anders aus. Wenn dein Kind höher hinaus will, besprecht, wie viel zusätzliches Training für Schule, Schlaf und Gelenke gut machbar ist. Ein Trainer mit Erfahrung im Jugendbereich kann dir dazu etwas sagen.
Du kannst ruhig fragen: „Was brauchst du von uns, damit mein Kind sich im Training weiterentwickelt?" Das öffnet das Gespräch, ohne dass du dich verteidigen musst.
„Wie viel du spielst, entscheiden wir zusammen mit dir, und nicht ein Spruch auf dem Parkplatz."
Sideline kann dir Formulierungen für solche Gespräche vorschlagen, wenn dir im Moment die Worte fehlen.
Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.