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Kind versteht Ampelkarte, Rote Karte nicht

Gelb, Rot, Gelb-Rot oder die Zeitstrafe im Kinderfußball: Wenn dein Kind nicht weiß, warum es vom Platz musste, helft euch diese Erklärungen und Gesprächsanfänge.

Dein Kind sitzt zwei Minuten auf der Bank, weil der Schiedsrichter eine Karte gezeigt hat, und es weiß nicht, wofür. Es schaut dich an, als hätte jemand ohne Vorwarnung eine Regel erfunden. Die Karten gehören zu den Dingen, die Erwachsene für selbstverständlich halten und die Kinder erst mühsam zusammensetzen müssen.

Was die Karten im Kinderfußball bedeuten können

Welche Strafen gelten, hängt von der Altersklasse und vom Landesverband ab. In vielen jüngeren Klassen gibt es statt Gelb und Rot eine Zeitstrafe oder eine grüne Karte, mit der Fairness gelobt wird. Ab einem gewissen Alter kommen Gelb, Gelb-Rot und Rot dazu, so wie bei den Großen. Schau auf die Seite deines Verbands oder frag den Trainer, was in der Altersklasse deines Kindes gilt, bevor du deinem Kind etwas erklärst, das später nicht stimmt.

Grob lässt sich das für ein Kind so sagen: Gelb ist eine Verwarnung, Rot heißt, dass man das Spiel verlassen muss. Eine Zeitstrafe ist eine Pause mit Rückkehr.

Warum Kinder die Entscheidung oft nicht einordnen

Ein Kind sieht die Szene aus der Mitte des Spiels, schnell und mit Adrenalin. Es hat das Foul vielleicht als Zweikampf erlebt, bei dem es einfach zu spät kam. Wenn dann der Schiedsrichter pfeift, wirkt die Karte wie ein Urteil über seine Person.

Dazu kommt, dass Schiedsrichter im Jugendbereich oft selbst jung sind und kurz erklären, wenn überhaupt. Auf dem Platz ist keine Zeit für ein Gespräch.

Das Gespräch danach

Warte, bis dein Kind sich beruhigt hat. Fang mit einer Frage an: „Was ist passiert, aus deiner Sicht?“ Hör zu, bevor du erklärst. Dann kannst du sagen, wofür es die Karte vermutlich gab, ohne den Schiedsrichter zu verteidigen oder anzuklagen.

Manchmal hilft es, die Szene nachzustellen, mit zwei Bechern auf dem Küchentisch oder im Garten. Kinder verstehen Regeln besser, wenn sie sie selbst ausprobieren dürfen.

Wie Karten üblich ablaufen

Frag den Trainer, ob er vor der Saison die Regeln durchspricht. Viele machen das nur für die Neuen. Wenn nicht, ist das ein guter Anlass, ihn zu bitten. Auch Kinder, die schon länger dabei sind, wissen häufig nur halb, wann eine Gelbe Karte kommt.

Drei Fouls fallen Kindern besonders schwer: das Halten am Trikot, das Grätschen von hinten und das Schimpfen auf den Schiedsrichter. Die letzte Kategorie überrascht viele Eltern, weil sie selbst manchmal am Rand genau das tun.

Was dein Kind am Ende mitnehmen soll

Eine Karte ist eine Rückmeldung zu einer Handlung und sagt nichts darüber, ob dein Kind ein guter oder schlechter Spieler ist. Wenn dein Kind das glauben kann, ist die Karte beim nächsten Mal nur halb so groß.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.