Sport, Entwicklung und was Kinder wirklich bewegt
Nach dem Training springt dein Kind aus dem Auto, rennt in die Wohnung und spielt Fußball mit dem Bruder. Am Abend auf dem Sofa fasst es sich ans Knie und sagt, dass es wehtut. Am Morgen hinkt es ein wenig. Im Training am Dienstag sieht niemand etwas.
Kinder spüren Schmerzen unterschiedlich und blenden sie im Spiel oft aus, weil Aufregung und Konzentration überdecken. Erst in der Ruhe merken sie, dass etwas zieht. Das kann ein Hinweis auf Überlastung sein, auf Wachstumsschmerzen oder auf etwas, das genauer angeschaut werden sollte. Du kannst das von außen nicht entscheiden.
Auch möglich ist, dass sich ein Kind unbewusst vor dem Training schützen will oder Aufmerksamkeit sucht. Das gilt aber nur als letzte Erklärung, wenn medizinisch alles geklärt ist.
Schreib einige Tage auf, wann dein Kind klagt. Nach dem Training? Morgens? Nach langem Sitzen? Welche Stelle ist betroffen? Kommt es nach Belastung oder ohne? Diese Hinweise helfen der Ärztin später, dein Kind einzuschätzen.
Hol ärztlichen Rat, wenn die Beschwerden mehrere Tage anhalten, wenn dein Kind nachts davon wach wird, wenn eine Schwellung oder Rötung dazukommt oder wenn es das Bein nicht normal belasten kann. Auch wenn du unsicher bist, ist eine Nachfrage in der Praxis ein guter Schritt.
Nimm die Aussagen deines Kindes ernst, auch wenn es im Verein unauffällig wirkt. Wer als Kind erlebt, dass seine Schmerzen abgetan werden, hört später auf, davon zu erzählen.
Sag dem Trainer, dass dein Kind zu Hause Beschwerden hat. Bitte darum, im Training auf Auffälligkeiten zu achten und dein Kind nicht gegen seinen Willen zu belasten. Vermeide Vorwürfe wie „Du merkst ja gar nichts". Der Trainer sieht ein Kind in Aktion, nicht in der Stille danach.
Sag deinem Kind, dass es immer melden darf, wenn etwas wehtut, im Training und zu Hause. Das stärkt, dass es auf seinen Körper achtet. Die meisten Kinder wollen nicht fehlen und verschweigen daher Schmerzen. Mit einem klaren Satz gibst du ihm die Erlaubnis, ehrlich zu sein: „Wenn es wehtut, sag es. Dann schauen wir gemeinsam, was zu tun ist."
Mach aus den Beschwerden keine Katastrophe, aber auch kein Tabu. Wenn dein Kind merkt, dass du sachlich bleibst und kümmerst, sagt es dir beim nächsten Mal früher Bescheid. Das ist die beste Voraussetzung, dass kleine Dinge klein bleiben.
Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.