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Dein Kind bittet dich, nicht mehr zu vergleichen

„Hör auf, mich mit den anderen zu vergleichen.“ Was hinter dem Satz steckt und wie du Rückmeldung gibst, die dein Kind erreicht.

Auf der Rückfahrt vom Training sagt dein Kind, du sollst aufhören, es ständig mit den anderen zu vergleichen. Du warst dir gar nicht sicher, dass du das tust. Dann fällt dir ein, dass du in der Woche zweimal gesagt hast, wie schnell Jonas inzwischen ist und wie sauber Mia ihre Übungen macht.

Warum Vergleiche so schnell wehtun

Für dich ist ein Vergleich ein Maßstab. Du siehst, was möglich ist, und willst dein Kind anspornen. Ein Kind zwischen sechs und vierzehn hört meist etwas anderes, nämlich dass es nicht reicht. Es kennt die Mitspieler aus der Kabine, es weiß ohnehin, wer vorn steht, und braucht dazu keine Erinnerung von dir.

Auch der freundlich gemeinte Satz „Schau mal, wie toll der andere das macht“ landet beim Kind so, als stünde dahinter ein „und du nicht“. Das gilt sogar dann, wenn du es positiv meinst.

Was du ab jetzt anders sagen kannst

Bleib bei deinem Kind. Statt auf andere zu zeigen, vergleichst du es mit sich selbst: „Dein Ballwechsel war heute viel sicherer als vor zwei Wochen.“ Dieser Satz sagt etwas Wahres, und dein Kind kann daran ablesen, dass sich Üben lohnt.

Hilfreich ist auch eine Frage, bevor du etwas bewertest. „Was ist dir heute gut gelungen?“ gibt deinem Kind das Wort, und meist nennt es mehr, als du erwartet hättest. Wenn du Kritik hast, frag zuerst, ob dein Kind sie hören will. Ein knappes „Magst du einen Tipp von mir, oder war der Tag schon genug?“ hilft vielen Kindern, weil sie selbst entscheiden dürfen.

Was du lassen solltest

Lass Vergleiche mit Geschwistern weg, auch die scherzhaften. Lass Sätze wie „Der in deinem Alter war schon viel weiter“ im Kopf. Und rechne nicht laut aus, wer wie viele Tore, Punkte oder Sekunden vor deinem Kind liegt, schon gar nicht in Hörweite der anderen Familien.

Wenn dein Kind dich bittet aufzuhören, ist das übrigens ein gutes Zeichen. Es traut sich, dir etwas Unangenehmes zu sagen. Bedank dich dafür, zum Beispiel mit „Danke, dass du mir das gesagt hast. Ich achte jetzt darauf.“

Wenn es dir trotzdem rausrutscht

Es wird passieren, und das ist in Ordnung. Dann hilft eine kurze Korrektur: „Das war gerade ein Vergleich, tut mir leid. Ich wollte eigentlich sagen, dass mir dein Einsatz heute aufgefallen ist.“ So lernt dein Kind nebenbei, wie man sich entschuldigt.

Merkst du, dass Rückmeldungen nach dem Training immer wieder schiefgehen, oder bleibt dein Kind nach solchen Sätzen auffällig bedrückt, sprich mit Trainer oder Trainerin darüber, bei anhaltendem Bauchweh oder Rückzug auch mit der Kinderärztin.

Sideline kann dir in solchen Momenten Formulierungen vorschlagen, die Rückmeldung geben, ohne dass dein Kind sich mit anderen messen muss.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.