Sport, Entwicklung und was Kinder wirklich bewegt
Du schaust dir die Spielberichte an und siehst: Die Stürmer haben getroffen, der Mittelfeldspieler hat zwei Vorlagen, und dein Kind steht in der Statistik mit einer Null. Es hat nie ein Tor geschossen. Warum auch, es steht ja am anderen Ende.
Trotzdem kann sich daraus ein Gefühl entwickeln, das Eltern gern übersehen: Mein Kind gehört zu den Spielern, die nicht zählen.
Kinder zwischen sechs und vierzehn merken schnell, wer nach dem Spiel gefeiert wird. Fast immer sind das die, die getroffen haben. Dass ein Torwart zehn Schüsse abwehrt, spricht sich auf dem Parkplatz selten herum. Gegentore dagegen schon.
Ein Kind, das im Tor steht, hört deshalb oft Sätze wie „Der hätte er halten können“. Das Lob für die guten Aktionen kommt dagegen zu kurz, weil sie weniger auffallen.
Such dir im Spiel zwei, drei Momente, die du später benennst. Nicht „Du warst super“, das nimmt dein Kind nicht ernst. Besser: „Der Ball in der zweiten Halbzeit, als du rausgelaufen bist, das hat mich überrascht.“ Konkret heißt, dass du wirklich hingesehen hast.
Du kannst auch erzählen, was ein Tor eigentlich verhindert. Wenn ein Ball nicht reingeht, bleibt das Spiel offen. Dein Kind hat dem ganzen Team einen Tag gerettet, ohne dass es jemand aufschreibt.
Manche Torhüter wollen irgendwann einfach einmal einen Treffer erzielen. Das ist ein ganz normaler Wunsch, kein Zeichen von Unzufriedenheit. Frag ruhig, ob es im Training mal im Feld mitspielen darf, oder ob es beim Freundschaftsspiel kurz nach vorne gehen kann. Viele Vereine erlauben das, wenn jemand fragt.
Wenn dein Kind einen Elfmeter schießen möchte oder im Hallenturnier einen Freistoß ausführen will, unterstütz das. Dabei geht es nicht um die Tore, sondern darum, dass es sich als vollständiger Spieler fühlt.
Vergleiche mit den Torschützen im Team verstärken das Gefühl nur. Auch Sätze wie „Torhüter sind die wichtigsten Spieler“ klingen für ein Kind leer, wenn es sonst nichts davon merkt. Es braucht Belege, keine Parolen.
Ebenso wenig hilft es, die Bilanz im Familienchat zu teilen, wenn nur die Torschützen erwähnt werden. Wenn dein Kind nicht auftaucht, bemerkt es das.
Ob ein Spieler Tore schießt, sagt nichts darüber aus, ob er wertvoll ist. Das weißt du wahrscheinlich längst. Dein Kind muss es von dir hören, in der Form, in der es zu ihm passt: ein Wort zum richtigen Zeitpunkt, ein ehrlicher Blick auf eine gute Parade, vielleicht ein Eis nach dem Spiel, bei dem das Ergebnis kein Thema ist.
Wenn dir im Moment die Worte fehlen, kann Sideline dir Formulierungen für das Gespräch mit deinem Kind vorschlagen.
Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.