Für Eltern

Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel

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Er soll erreichen, was ich nicht geschafft habe

Du hast selbst nicht erreicht, was du wolltest, und hoffst, dass dein Sohn es schafft. Wie du diesen Wunsch erkennst und entschärfst.

Du wolltest es einmal richtig wissen. Das Probetraining beim Profiklub, die Auswahl, der Vertrag. Es hat nicht geklappt, die Gründe waren verschieden: Verletzung, Pech, Zeitpunkt. Und jetzt schaust du deinem Sohn zu und denkst manchmal: Er könnte es für uns beide schaffen.

Der Gedanke ist menschlich. Er ist auch gefährlich, wenn du ihn nicht ansiehst.

Was dahintersteckt

Du trägst ein offenes Kapitel mit dir. Das Kind scheint die Gelegenheit zu bieten, es zu schließen. Es hat Talent, es spielt im Verein, es hat noch Zeit. Und du sagst dir: Ich will nur, dass es seine Chance bekommt.

Der Haken: Ein Kind merkt, wenn es ein fremdes Ziel erfüllen soll. Und es spürt, dass Misserfolg dann nicht nur seiner ist.

Wie sich das zeigt

Oft in Kleinigkeiten. Du fragst häufiger nach Fortschritten als nach Gefühlen. Du bist enttäuscht, wenn Training ausfällt. Du sprichst vom „Weg“, den ihr geht, und sagst „wir“, wenn du eigentlich ihn meinst.

Das Kind übernimmt das oft, ohne es zu merken. Es sagt „wir müssen mehr trainieren“, obwohl es eigentlich gern mit Freunden spielen würde.

Ein Test für dich

Stell dir vor, dein Sohn sagt morgen, er will mit Fußball aufhören und lieber Gitarre lernen. Wie fühlst du dich? Wenn du Erleichterung spürst, ist alles gut. Wenn du Trauer oder Ärger spürst, lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Du musst dich dafür nicht schämen. Es ist normal. Aber es ist deine Trauer, nicht seine.

Was du tun kannst

Rede mit jemandem über deine eigene Geschichte. Mit dem Partner, einem Freund, vielleicht mit ehemaligen Mitspielern. Was ist damals passiert? Was fehlt dir noch? Je besser du deine eigene Last kennst, desto leichter legst du sie ab.

Danach kannst du deinem Sohn etwas schenken, das bei dir gefehlt hat: Raum, es auf seine Weise zu versuchen. Frag ihn nach seinen eigenen Zielen, auch wenn sie kleiner sind als deine.

Und wenn er es wirklich will

Dann ist es seine Entscheidung, und du bist sein Rückhalt. Das ist ein anderer Job als der des Antreibers. Du organisierst Fahrten, du hörst zu, du gibst keine Garantien. Du erzählst ihm von deinem Weg, offen, auch von den Enttäuschungen.

Ein Kind, das den Traum der Eltern erfüllt, ist nicht zwingend glücklich. Ein Kind, das den eigenen verfolgt, hat eine echte Chance darauf.

Du darfst übrigens weiterhin stolz sein, auf ihn und auf das, was du selbst erlebt hast. Dein eigener Weg war nicht umsonst, nur weil er woanders endete; er gehört dir und muss nicht an ihn weitergereicht werden.

Wenn dir im Moment die Worte fehlen, kann Sideline dir Formulierungen für das Gespräch mit deinem Kind vorschlagen.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.