Für Eltern

Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel

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Du filmst jedes Spiel und dein Kind will das nicht

Dein Kind bittet dich, das Handy wegzulassen, und du willst nur den schönen Moment festhalten. So findest du einen Weg, der für beide passt.

Dritter Satz im Spiel, dein Kind schlägt auf, und aus dem Augenwinkel sieht es dich am Hallenrand mit dem Handy. Nach dem Spiel kommt der Satz, der dich trifft: „Kannst du das nächste Mal aufhören zu filmen?“

Was dein Kind dabei spürt

Für dich ist das Handy ein Zeichen von Stolz, du willst festhalten, was dein Kind kann. Dein Kind sieht dagegen oft ein Objektiv, das jeden Fehler aufzeichnet. Ein verschlagener Aufschlag oder ein verpatzter Block liegt dann auf deinem Telefon und lässt sich später noch einmal ansehen.

Kinder in dem Alter achten stark darauf, wie sie wirken. Dass Eltern und Freundinnen auf der Tribüne zusehen, ist ohnehin schon viel, und eine Kamera verstärkt das. Manche Kinder spielen verkrampfter, wenn sie wissen, dass gefilmt wird.

Wie du darauf reagierst

Der erste Satz entscheidet. „Ich filme doch nur, weil ich stolz auf dich bin“ klingt nach Rechtfertigung und verschiebt das Thema auf dich. Besser kommt an: „Danke, dass du mir das sagst. Was stört dich am meisten daran?“ Dann hörst du vielleicht, dass es um die Fehler geht, um die Freundinnen im Team oder darum, dass du das Video später kommentierst.

Aus der Antwort ergibt sich meist eine Lösung. Manche Kinder sind einverstanden, wenn du nur beim Training oder nur bei einzelnen Aufschlägen filmst und ihnen das Video danach zeigst. Andere möchten, dass das Handy ganz in der Tasche bleibt. Auch das lässt sich aushalten, denn ein Spiel, das du mit offenen Augen verfolgst, bleibt dir wahrscheinlich besser im Gedächtnis als ein Video, das du nie wieder ansiehst.

Ein Vorschlag, der oft funktioniert: Dein Kind bestimmt, wann es gefilmt werden darf. Ein Zeichen vor dem Spiel reicht, etwa ein Daumen hoch für „heute gern“ und ein Kopfschütteln für „bitte nicht“.

Was du lieber lässt

Lass die Videos nicht in Gruppenchats oder soziale Netzwerke wandern, ohne vorher zu fragen. Auch ein gut gemeinter Clip mit Musik kann für ein Kind peinlich sein, vor allem wenn Klassenkameraden ihn sehen. Gerade bei fremden Kindern im Bild solltest du sparsam sein; mit anderen Eltern lässt sich klären, was für alle in Ordnung ist.

Vermeide außerdem, Videos als Beweis zu benutzen, etwa mit „Siehst du, da hast du wieder zu spät reagiert.“ Das macht aus einer Erinnerung ein Gutachten.

Und wenn dein Kind seine Bitte nach Wochen wiederholt, ist das kein Zeichen, dass es dich nicht mag. Es zeigt eher, dass es dir etwas Wichtiges anvertraut.

Wenn dir der Einstieg schwerfällt

Vielleicht fühlt sich das Gespräch heikel an, weil du dein Kind nicht verletzen willst. Sideline kann dir dafür Formulierungen vorschlagen, die du an euren Alltag anpasst.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.