Für Eltern

Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel

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Dein Kind wirft dir vor, dass du dich nur über Siege freust

Wenn dein Kind sagt, du freust dich nur bei Siegen, sitzt der Satz tief. Was dahinter stecken kann und wie du im Auto danach reagierst.

Auf der Rückfahrt von einem Spiel sagt dein Kind aus dem Nichts, du würdest dich ja sowieso nur freuen, wenn es gewonnen hat. Du umklammerst das Lenkrad und suchst nach einer Antwort, die weder beleidigt noch gespielt klingt.

Was hinter dem Satz steckt

Kinder formulieren selten sauber, was sie meinen. „Du freust dich nur bei Siegen“ kann heißen, dass es deine Miene nach dem Schlusspfiff gelesen hat und dort Enttäuschung gesehen hat. Es kann auch heißen, dass es nach einer Niederlage ohnehin schon traurig ist und von dir ein Zeichen braucht, dass es trotzdem gut ankommt.

Vielleicht hast du dich tatsächlich lauter gefreut, als der Ball im Korb war, als bei der verlorenen Partie. Das ist menschlich. Dein Kind hat es trotzdem bemerkt, weil Kinder in diesem Alter sehr genau auf Gesichter achten.

Was du im Moment sagen kannst

Verteidige dich zuerst nicht. Ein Satz wie „Das stimmt doch gar nicht, ich hab dich immer unterstützt“ macht aus dem Gefühl deines Kindes eine Streitfrage, und die verliert es gegen dich.

Hilfreicher klingt etwas wie „Das hat dich beschäftigt, oder? Erzähl mal, wann hast du das gemerkt?“ Dann wartest du, auch wenn die Stille im Auto lang wird. Oft kommt ein konkretes Beispiel, ein bestimmtes Spiel, ein Blick, ein Kommentar von dir an der Seitenlinie.

Wenn dein Kind recht hat, darfst du das sagen. „Ich glaub, ich war nach dem Sieg viel aufgekratzter. Das tut mir leid, ich freu mich über dich auch dann, wenn ihr verliert.“ Der Satz kostet dich etwas, aber er zeigt deinem Kind, dass man Fehler zugeben kann, ohne kleiner zu werden.

Was du besser lässt

Lass das Ergebnis nicht zum ersten Thema nach dem Spiel werden. „Wie ist es ausgegangen?“ kommt meist schon vom Opa am Telefon, da musst du nicht nachlegen. Eine Frage wie „Was hat dir heute am meisten Spaß gemacht?“ zeigt, wofür du dich interessierst.

Auch Trost mit Rechnung kommt schlecht an, etwa „Der Schiri war schuld“ oder „Beim nächsten Mal gewinnt ihr bestimmt“. Beides lenkt von dem ab, was dein Kind gerade fühlt, und es hört darin trotzdem, dass das Ergebnis zählt.

Wenn du dich nach einem Sieg freust, darfst du das zeigen. Dann aber auch nach einer Niederlage etwas zeigen, das dein Kind sehen kann, etwa ein Eis, eine Umarmung oder einfach Musik im Auto, die ihr beide mögt.

Nach dem Gespräch

Beobachte in den nächsten Wochen, was du an der Seitenlinie tust. Jubelst du bei jedem Tor, aber schweigst bei einem guten Pass, der zu nichts geführt hat? Dein Kind merkt sich genau, wofür es Reaktionen bekommt. Ein Lob für Einsatz, für einen mutigen Versuch oder fürs Aufstehen nach einem Foul verschiebt langsam, woran es seinen Wert festmacht.

Und wenn dein Kind weiter angespannt wirkt, schlecht schläft oder über Bauchweh klagt, sprich mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt darüber.

Sideline kann dir in solchen Momenten Formulierungen vorschlagen, wenn dir im Auto die richtigen Worte fehlen.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.