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Auswahl-Absage bricht das Kind zusammen

Die Absage ist da, dein Kind weint oder sagt gar nichts mehr. Was in den ersten Stunden hilft und was du besser lässt.

Dein Kind sitzt auf dem Bett, das Handy in der Hand, und kann nicht aufhören zu weinen. Oder es sagt gar nichts, sieht an die Wand und lässt dich nicht ran. Beides ist eine normale Reaktion auf eine Absage, bei der es um etwas ging, das ihm wichtig war.

Die ersten Stunden

Dein Impuls ist wahrscheinlich, sofort zu trösten, zu erklären und zu relativieren. „Das war doch nur eine Sichtung." „Du bist trotzdem gut." Diese Sätze sind lieb gemeint, kommen aber oft zu früh an. Das Kind hört darin, dass sein Schmerz zu groß ist.

Besser ist, erst einmal da zu sein. Setz dich dazu, bring etwas zu trinken, sag einen einzigen Satz wie „Das tut weh, oder?". Dann halte die Stille aus. Manche Kinder reden nach zehn Minuten, andere erst abends beim Zähneputzen.

Was du nicht tun musst

Du musst nicht sofort erklären, warum es nicht geklappt hat. Du musst nicht den Trainer verteidigen oder anklagen. Du musst auch keinen Plan B auf den Tisch legen. Der Plan kommt später, wenn der erste Schmerz abgeklungen ist.

Vermeide auch den Satz „Andere haben es auch nicht geschafft". Er soll trösten und klingt wie ein Vergleich, bei dem dein Kind schlechter wegkommt.

Wie lange darf das dauern?

Ein paar Tage mit gedrückter Stimmung sind nach einer wichtigen Absage normal. Dein Kind darf traurig sein, wütend, kurz angebunden. Es darf auch sagen, dass es nie wieder spielen will. Das ist in dem Moment ein Gefühl und noch keine Entscheidung.

Beobachte, ob sich nach ein bis zwei Wochen etwas lockert. Spielt dein Kind wieder mit Freunden? Redet es über Fußball, wenn auch knapp? Das sind gute Zeichen. Wenn dein Kind über längere Zeit kaum isst, schlecht schläft, sich zurückzieht oder jede Freude verliert, sprich mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt darüber. Das ist kein Alarm, sondern ein sinnvoller Schritt, wenn du dir Sorgen machst.

Das Gespräch danach

Nach ein paar Tagen kannst du fragen, was dein Kind aus der Sichtung mitnimmt. Nicht als Auswertung, sondern als echte Neugier. „Was war der beste Moment an dem Tag?" öffnet mehr als „Woran lag es?".

Dein Kind lernt gerade, dass man etwas wollen und trotzdem nicht bekommen kann. Das ist eine harte Lektion. Sie wird leichter, wenn es merkt, dass dein Interesse an ihm nicht vom Ergebnis abhängt. Du bist am Abend derselbe Mensch wie vor der Absage, und genau das sieht dein Kind.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.