Für Eltern
Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel
Schwimmen: Der Kader wurde knapp verpasst und der Trainer sagt, dein Kind trainiere zu wenig
Die Zeiten waren so nah dran. Ein paar Zehntel fehlten für den Bezirkskader, und dann fällt der Satz des Trainers: „Wenn du nur viermal die Woche trainierst, ist das kein Wunder." Dein Kind hat ihn gehört. Du auch.
Dein Kind hört nicht „Trainiere mehr". Es hört „Du hast dich nicht genug angestrengt". Dabei hat es vielleicht jedes Training mitgezogen und trotzdem knapp verfehlt. Du merkst es vermutlich an der Heimfahrt, weil dein Kind auffallend wenig sagt.
Lass einen Tag vergehen, bevor ihr über Trainingsumfang sprecht. Am Abend reicht ein Satz wie „Das war richtig knapp, und ich sehe, wie viel du dafür getan hast." Mehr braucht es noch nicht. Erst wenn die Enttäuschung ein Stück gesunken ist, kann dein Kind über Pläne nachdenken.
Du kannst im Gespräch klären, woran die Aussage hängt. „Woran machst du fest, dass der Umfang den Unterschied macht?" und „Was wäre für ein Kind in dem Alter ein gesunder Umfang?" sind gute Fragen. Du erfährst, ob der Trainer konkrete Beobachtungen hat oder einen Satz aus Gewohnheit gesagt hat.
Mehr Training bedeutet mehr Wege, mehr Müdigkeit und weniger Zeit für Schule und Freunde. Frag dein Kind selbst, ob es mehr Wasserzeit möchte. Wenn die Antwort Ja heißt, plant gemeinsam einen Tag mehr und schaut nach zwei Monaten, wie es sich anfühlt. Wenn die Antwort Nein heißt, ist das auch eine ehrliche Auskunft.
„Ich finde gut, wie du dranbleibst, egal wie die Zeiten ausfallen." Er gilt am Beckenrand genauso wie auf dem Heimweg.
Sideline kann dir Formulierungen für solche Gespräche vorschlagen, wenn dir im Moment die Worte fehlen.
Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.