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Sport, Entwicklung und was Kinder wirklich bewegt

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Kind wird ausgewechselt und fühlt sich öffentlich bestraft

Der Trainer winkt es raus, die Eltern schauen, und dein Kind setzt sich mit gesenktem Kopf auf die Bank. So gehst du damit um.

Zehn Minuten vor Schluss ruft der Trainer die Nummer 7 raus. Dein Kind trabt zur Bank, wirft die Handschuhe weg oder starrt auf den Boden, und du spürst am Zaun die Blicke der anderen Eltern. Es fühlt sich für euch beide an, als hätte jemand euch laut etwas vorgeworfen.

Was in deinem Kind vorgeht

Für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren ist eine Auswechslung oft mit Scham verbunden, weil sie vor Mitspielern und Zuschauern passiert. Das Kind übersetzt „Der Trainer wechselt" schnell in „Ich war schlecht". Meistens steckt etwas anderes dahinter, etwa Spielzeit für alle, ein Positionswechsel oder schlicht müde Beine.

Lass dein Kind deshalb zuerst runterkommen. Auf der Bank oder im Auto braucht es Zeit, um das Gefühl zu sortieren. Ein ruhiges „Das war gerade blöd, oder?" öffnet mehr als ein Ratschlag.

Sätze für danach

Wenn dein Kind erzählen mag, kannst du fragen „Weißt du, warum der Trainer gewechselt hat?". Falls es das nicht weiß, ist das ein guter Anlass, es beim nächsten Training selbst zu fragen. Ein Satz wie „Frag ihn ruhig, was du besser machen kannst" gibt deinem Kind einen Auftrag, der ihm Selbstvertrauen zurückgibt.

Wichtig ist, dass du keine Ursache behauptest, die du nicht kennst. „Der Trainer hat was gegen dich" oder „Das war unfair" kann dein Kind schnell zu einer Geschichte verleiten, die gar nicht stimmt. Besser ist „Ich habe gesehen, wie sehr du dich ins Spiel gekämpft hast, und das fand ich stark".

Auch körperliche Nähe darf sein, wenn dein Kind sie zulässt. Eine Hand auf der Schulter oder ein geteilter Apfel nach dem Spiel sagen oft mehr als jede Erklärung.

Was du besser lässt

Lass dir die Enttäuschung am Spielfeldrand nicht anmerken. Wenn du die Arme verschränkst, laut schnaubst oder dem Trainer etwas zurufst, bekommt dein Kind das mit und fühlt sich ein zweites Mal bloßgestellt. Das gilt auch für die Rückfahrt, auf der kein Seufzen über „diese Entscheidung" nötig ist.

Fang außerdem kein Streitgespräch mit dem Trainer direkt am Platz an. Wenn du eine Frage zur Spielzeit hast, schreib ihm in Ruhe oder frag nach dem Training. Viele Trainer erklären ihre Gedanken gern, wenn sie nicht unter Druck stehen.

Dein Kind sollte außerdem nicht spüren, dass du mitzählst, wie lange es gespielt hat. Selbst wenn dir die Zahl wichtig ist, behalte sie für dich. Kinder lernen am besten, wenn sie das Gefühl haben, dass Fußball vor allem ihnen gehört.

Wenn du Worte suchst

Gerade nach so einem Spiel fällt es schwer, den richtigen Ton zu treffen. Sideline kann dir Formulierungen vorschlagen, die deinem Kind den Rücken stärken, ohne etwas zu beschönigen.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.