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Kind will nicht der Neue sein

Dein Kind scheut den ersten Tag im neuen Team. Wie du die Angst vor dem Neuanfang ernst nimmst und die ersten Wochen leichter machst.

Zwei Tage vor dem ersten Training im neuen Verein fängt dein Kind an zu grübeln. Es fragt, ob die anderen schon Freunde sind, ob es jemanden kennt und ob es als Letzter gewählt wird. Dann sagt es leise: „Ich will nicht der Neue sein.“

Warum der Neue-Status so schwer ist

Neue Kinder fallen auf, und das spüren sie. Sie kennen die Regeln der Gruppe nicht, die Spitznamen, die Witze, die Plätze in der Kabine. Alle anderen haben einen Vorsprung, den sie nicht einholen können, nur abwarten.

Dazu kommt die Unsicherheit auf dem Platz. Wie gut sind die anderen? Wie gut bin ich im Vergleich? Diese Fragen kreisen im Kopf, auch wenn das Kind sie nicht ausspricht.

Vor dem ersten Tag

Sprich offen über die Angst, ohne sie wegzureden. „Ich verstehe, dass das aufregend ist. Ich wäre auch nervös.“ Das gibt deinem Kind die Erlaubnis, nervös zu sein.

Frag, was helfen würde. Manche Kinder wollen früher kommen, um in Ruhe anzukommen. Andere wollen, dass du bleibst. Wieder andere wollen alleine hin. Gib ihm die Wahl, soweit das möglich ist.

Du kannst den Trainer vorab kurz anschreiben und bitten, das Kind beim Namen zu begrüßen und ihm einen Mitspieler als Ansprechperson zu geben. Die meisten Trainer machen das gern.

Am ersten Tag

Sei da, aber nicht zu präsent. Bring dein Kind hin, verabschiede dich kurz und freundlich und beobachte dann aus der Ferne. Wenn es zu dir schaut, nicke. Mach keine langen Gesten und hole es nicht mit Fragen ein, wenn es herauskommt.

Frag nach dem Training nicht gleich „Wie war's?“ Beginne mit etwas Konkretem: „Wer hat dich begrüßt?“ oder „Was war die lustigste Übung?“ Das lockert die Antwort.

Die ersten Wochen

Die ersten Wochen sind oft ein Auf und Ab. Mal gut, mal sehr still. Das ist normal. Gib dem Kind Zeit, und rechne mit vier bis sechs Wochen, bis es sich zugehörig fühlt.

Du kannst ein Treffen mit einem Mitspieler anbieten, zum Beispiel im Park oder beim Eis. Außerhalb des Platzes lernen Kinder sich oft schneller kennen. Frag die Eltern des Kindes oder den Trainer, wer in Frage kommt.

Was du nicht tun solltest

Vermeide Vergleiche mit dem alten Team. „Bei den anderen war das besser“ hilft niemandem. Setze auch keinen Druck, sofort Freunde zu finden. Manche Kinder brauchen länger, und das ist kein Zeichen von Schwäche.

Zeig ehrliches Interesse an kleinen Fortschritten: „Heute hast du erzählt, dass einer dir den Ball zugespielt hat. Das freut mich.“

Wann du reagieren solltest

Wenn dein Kind nach mehreren Wochen noch nicht angekommen ist, nicht mehr zum Training will oder ausgegrenzt wird, sprich mit dem Trainer. Manchmal hilft eine kleine Veränderung, zum Beispiel eine andere Übungsgruppe.

In den meisten Fällen findet ein Kind seinen Platz. Der Weg dahin ist weniger glatt, als Eltern hoffen, aber meist kürzer, als Kinder fürchten.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.