Kinder & Sport

Sport, Entwicklung und was Kinder wirklich bewegt

Artikel

Kind übt nur, wenn Eltern mitmachen

Dein Kind will nur üben, wenn du daneben stehst oder mitspielst. Warum das normal ist und wie du dich Schritt für Schritt zurückziehst.

Allein im Garten? Nein. Dein Kind steht an der Terrassentür und fragt: „Spielst du mit?“ Du hast gerade gekocht, telefoniert, die Wäsche aufgehängt. Und wieder kein Abend für dich.

Warum Kinder das tun

Üben allein ist langweilig. Ein Ball, der nur gegen eine Wand knallt, gibt wenig Rückmeldung, und niemand sieht zu, wenn etwas gelingt. Mit dir dagegen ist es ein Spiel, es gibt Lob, Aufmerksamkeit, vielleicht ein gemeinsames Lachen.

Das ist kein Zeichen von Faulheit, und dein Kind ist auch nicht unselbstständig. Es zeigt, dass Üben für dein Kind etwas mit Beziehung zu tun hat. Das ist in diesem Alter ganz normal.

Mitspielen darf sein

Wenn du Zeit und Lust hast, spiel mit. Es sind gemeinsame Minuten, in denen dein Kind dir etwas zeigt, das ihm wichtig ist. Diese Zeit zahlt auf viel mehr ein als auf die Technik.

Aber du darfst auch Nein sagen, ohne schlechtes Gewissen. „Heute nicht, aber morgen nach dem Essen“ ist eine ehrliche Antwort. Entscheidend ist, dass du dein Wort hältst.

Schritt für Schritt loslassen

Du musst dein Kind nicht zum Alleinüben erziehen. Aber du kannst Übergänge bauen.

Fang damit an, dass du am Rand sitzt und Kaffee trinkst, während dein Kind übt. Bleib in Sichtweite, sieh ab und zu hin, ohne zu kommentieren. Nach ein paar Wochen gehst du zwischendurch ins Haus und kommst später wieder.

Oder lade ein Geschwisterkind, eine Nachbarin, einen Freund dazu. Ein zweites Kind verändert alles, gibt es Wettstreit und Spaß. Auch ein Ziel hilft: Ein selbst gebautes Tor, eine Torwand aus einem Bettlaken, ein Punktesystem.

Ein Ritual hilft

Vereinbart eine feste Zeit, zum Beispiel dreimal pro Woche zwanzig Minuten gemeinsam, und dazwischen darf dein Kind allein oder mit anderen üben. Weil es weiß, wann ihr wieder zusammen spielt, wird das Alleinsein leichter.

Was du lieber lassen solltest

Mach nicht aus dem gemeinsamen Spiel ein Training mit Korrekturen. Sonst lernt dein Kind, dass es mit dir nie einfach spielen darf. Und vergleiche es nicht mit Kindern, die scheinbar „von selbst“ üben. Jedes Kind hat seine eigene Art, und manche brauchen eben ein Gegenüber.

Wann du genauer hinschauen solltest

Wenn dein Kind bei allem anderen auch kaum allein zurechtkommt, nicht spielen mag, nicht allein im Zimmer sein will, kann das ein größeres Thema sein als der Fußball. Sprich dann mit der Kinderärztin oder der Schule. Meist aber steckt hinter dem „Spielst du mit?“ einfach der Wunsch, dass du dabei bist.

Kurz gesagt

Du musst dich nicht schuldig fühlen, wenn du nicht jeden Abend Zeit hast. Wenn dein Kind weiß, dass ihr regelmäßig zusammen spielt und es sonst frei üben darf, ist beides gut aufgehoben.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.