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Sport, Entwicklung und was Kinder wirklich bewegt

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Dein Kind hat den Trainer angelogen, um Stress zu Hause zu vermeiden

Wenn dein Kind dem Trainer etwas vorflunkert, steckt oft Angst vor deiner Reaktion dahinter. So sprichst du darüber, ohne dass es dichtmacht.

Dienstagabend nach dem Handballtraining sagt die Trainerin beiläufig an der Hallentür: „Schön, dass es mit dem Knie wieder geht.“ Du weißt von keinem Knie. Auf der Heimfahrt kommt heraus, dass dein Kind vor zwei Wochen gefehlt hat, weil die Hausaufgaben nicht fertig waren, und der Trainerin etwas von einer Verletzung erzählt hat.

Was hinter der Ausrede steckt

Dein erster Impuls ist vermutlich Ärger, und der ist nachvollziehbar. Wer aber genauer hinsieht, erkennt meist ein Kind, das zwei Erwachsene gleichzeitig zufriedenstellen wollte. Zu Hause gab es Druck wegen der Schule, in der Halle sollte niemand enttäuscht sein, und die Ausrede schien der einzige Ausweg.

Das macht die Lüge nicht richtig. Es erklärt aber, warum Schimpfen wenig bringt: Wenn dein Kind lernt, dass Ehrlichkeit Ärger bedeutet, wird es beim nächsten Mal noch geschickter flunkern.

Das Gespräch im Auto

Ein Auto ist dafür ein guter Ort, weil ihr nebeneinandersitzt und niemand dem anderen in die Augen schauen muss. Du kannst mit dem beginnen, was du verstanden hast: „Ich glaube, du hattest Sorge, dass es Ärger gibt, wenn du sagst, dass du lieber die Aufgaben machen wolltest.“ Dann wartet dein Kind meistens ab, ob du es so meinst.

Danach hilft ein Satz, der das Muster benennt. „Wenn du mir sagst, was los ist, suchen wir zusammen eine Lösung, bevor ich sauer werde.“ Und halte dich daran. Beim nächsten ehrlichen Geständnis entscheidet deine Reaktion, ob dein Kind dir noch einmal etwas anvertraut.

Zum Schluss gehört der Trainerin gegenüber eine Klärung dazu. Dein Kind kann ihr selbst sagen, dass es damals nicht ganz die Wahrheit gesagt hat, du stehst dabei und hilfst, wenn es ins Stocken gerät. Das fällt den meisten leichter, als sie vorher dachten, weil Trainerinnen und Trainer solche Ausreden erfahrungsgemäß schon oft gehört haben.

Was du ändern kannst

Schau dir an, wo bei euch der Druck entsteht. Gibt es eine feste Regel, dass Training nur nach erledigten Hausaufgaben stattfindet? Dann kann dein Kind absehen, dass es verliert, und greift zur Ausrede. Du könntest gemeinsam einen Plan machen, etwa die Aufgaben vor dem Training oder am Vorabend, und eine Abmachung, dass ein Fehltermin offen angesprochen werden darf.

Lass auch Strafen, die den Sport betreffen, lieber weg. Wer fürs Lügen Training verliert, verbindet den Sport mit der Angst, die ihn überhaupt erst zur Ausrede gebracht hat.

Fällt dir auf, dass dein Kind in vielen Bereichen schwindelt oder seit Wochen bedrückt wirkt, sprich es noch einmal in Ruhe an. Bei anhaltendem Bauchweh oder Schlafproblemen kann die Kinderärztin oder der Kinderarzt helfen.

Wenn du die richtigen Worte suchst

Gerade in dem Moment, in dem du enttäuscht und erleichtert zugleich bist, ist es schwer, ruhig zu bleiben. Sideline kann dir an dieser Stelle Formulierungen vorschlagen, die zu deiner Situation passen.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.