Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel
Donnerstagabend, die Nachricht in der Elterngruppe ist drei Tage alt. Du hast gefragt, ob das Spiel am Sonntag wirklich um zehn Uhr beginnt, und seitdem herrscht Funkstille. Dein Kind will wissen, wann es in die Kabine muss, und du weißt es nicht.
Die meisten Trainer im Jugendfußball machen das neben ihrem Beruf, oft ohne Bezahlung, manchmal gleich für zwei Mannschaften. Ihr Handy liegt abends neben Hallenschlüsseln, Trikotsatz und der Familie. Eine Nachricht rutscht da leicht durch, ohne dass jemand etwas Böses wollte.
Es gibt natürlich auch Fälle, in denen jemand tatsächlich schlecht erreichbar ist. Das lässt sich aber erst beurteilen, wenn du es einmal vernünftig versucht hast. Mit Vermutungen über Desinteresse kommst du jedenfalls nicht weiter.
Eine Nachricht, die sich in drei Absätzen beschwert, bleibt eher liegen als eine kurze. Schreib so, dass der Trainer mit einem Wort antworten kann: „Hallo Markus, geht das Spiel am Sonntag um 10 Uhr los? Ich frag wegen der Abfahrt. Ein kurzes Ja oder Nein reicht mir." Mehr braucht es nicht.
Wenn nach zwei Tagen nichts kommt, hake einmal nach, freundlich und ohne Vorwurf: „Ich wollte kurz nachfragen, ob meine Nachricht von Donnerstag angekommen ist." Der Satz klingt nach Hilfe, nicht nach Beschwerde, und genau das macht ihn leicht zu beantworten.
Oft weiß jemand anderes Bescheid. Andere Eltern haben die Information vielleicht schon, oder es gibt einen Mannschaftsbetreuer, eine Jugendleiterin im Verein, eine Seite bei fussball.de, auf der die Ansetzung steht. Ein Blick dorthin spart dir den Ärger, bevor er entsteht.
Falls das Problem öfter auftaucht, schlag in der Elterngruppe einen festen Weg vor. Zum Beispiel: „Könnten wir Termine und Treffpunkte immer bis Freitagmittag in einer Nachricht bündeln?" So bekommt der Trainer eine Aufgabe, die er einmal pro Woche erledigt, und du musst nicht jedes Mal einzeln nachfragen.
Schreib nicht abends um elf in der Gruppe, dass „man ja wohl erwarten kann", dass geantwortet wird. Vor allen anderen Eltern fühlt sich das wie ein Angriff an, und Trainer, die sich angegriffen fühlen, antworten danach eher noch seltener. Auch dein Kind solltest du aus dem Ärger heraushalten. Wenn es hört, dass der Trainer „mal wieder nichts schreibt", trägt es diese Haltung ins Training.
Rufe nicht mehrmals hintereinander an und schreibe nicht fünf Nachrichten an einem Abend. Eine Nachricht, eine Erinnerung, dann ein Gespräch am Spielfeldrand, das ist ein ruhiger Weg, der meistens funktioniert.
Wenn es um mehr geht als Termine, etwa um die Einsatzzeit deines Kindes oder um Vorfälle im Training, gehört das nicht in eine Nachricht. Bitte dann um ein kurzes Gespräch nach dem Training.
Für solche Nachrichten, bei denen du freundlich bleiben willst und trotzdem eine Antwort brauchst, kann Sideline dir Formulierungen vorschlagen.
Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.