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Seit Ostern kein freier Samstag: wie du Wochenenden zurückholst

Wenn Turniere und Spiele jeden Samstag füllen, merkt die Familie das irgendwann in der Stimmung. So holst du dir einzelne Wochenenden bewusst zurück.

Irgendwann um die Osterzeit fängt es an. Ein Heimspiel am Samstag, ein Auswärtsspiel am nächsten, dann ein Turnier, dann wieder Spiel. Und dann sitzt du im Juni am Küchentisch und stellst fest, dass ihr seit Monaten keinen Samstag hattet, der euch gehört hat.

Warum das schleichend passiert

Niemand beschließt, dass der Samstag verschwindet. Jede einzelne Zusage ist vernünftig: Das Kind will spielen, die Mannschaft braucht alle, der Termin steht ja schon im Plan. Erst in der Summe fällt auf, dass nichts mehr übrig ist. Weil die Termine vom Verein kommen und nicht von dir, fühlt es sich außerdem an, als hättest du gar nichts zu entscheiden.

Hast du aber. Entscheiden kannst du zwar nicht über jeden einzelnen Termin, aber über die Verteilung.

Schau dir den Kalender an, bevor die Saison dich frisst

Setz dich an einem ruhigen Abend mit dem Terminplan hin und markiere die Samstage, die schon belegt sind. Dann markierst du, welche Wochenenden ihr als Familie überhaupt noch frei hättet. Meistens sind es weniger, als du dachtest.

Such dir jetzt ein oder zwei Wochenenden pro Quartal aus, die frei bleiben sollen. Das müssen keine großen Pläne sein. Ein Samstag ohne Wecker reicht schon.

Das Gespräch mit dem Trainer

Viele Eltern scheuen den Gang zum Trainer, weil sie nicht als unsportlich dastehen wollen. Dabei hilft ein früher Hinweis fast immer. Schreib am Anfang der Saison, an welchen Terminen dein Kind nicht dabei sein kann, und nenne die Wochenenden mit Datum. Ein Trainer, der drei Wochen vorher Bescheid weiß, kann planen. Einer, der es am Freitagabend erfährt, ärgert sich.

Es hilft, wenn du keine Begründung erfindest. „Wir haben an diesem Wochenende Familienzeit“ ist ein ehrlicher Satz und völlig ausreichend.

Dein Kind mit einbeziehen

Frag dein Kind, ohne vorher zu wissen, was es antwortet. Manche Kinder wollen jedes Spiel mitnehmen, andere sind erleichtert, wenn einmal nichts ansteht, trauen sich aber nicht, das zu sagen, weil sie das Team nicht im Stich lassen wollen. Eine Frage wie „Wie wäre es, wenn wir uns den übernächsten Samstag freihalten?“ gibt ihm die Erlaubnis, ehrlich zu sein.

Wichtig ist, dass der freie Samstag keine Strafe wird und auch keine Belohnung. Er ist einfach da.

Was du erwarten kannst

Die ersten Male wird es sich komisch anfühlen. Du schaust um acht Uhr auf die Uhr und denkst, ihr müsstet längst losfahren. Vielleicht meldet sich ein schlechtes Gewissen, weil das Team ohne dein Kind spielt. Das geht vorbei.

Was oft passiert: Das Kind kommt nach einem freien Wochenende mit mehr Lust zum Training zurück. Garantieren kann das niemand, aber die Chance ist größer, wenn Sport nicht jeden einzelnen Tag der Woche besetzt.

Ein Wochenende, das du dir bewusst nimmst, ist keine Flucht aus dem Verein. Es ist ein Teil davon, den Sport auf Dauer tragbar zu machen, für dein Kind und für dich.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.