Für Eltern

Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel

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Du rechnest deinem Kind vor, was der Sport kostet

Wenn der Satz „Das kostet uns richtig viel Geld“ fällt, hört dein Kind eine Schuld heraus. So sprichst du über Geld, ohne dass der Spaß leidet.

Neue Schlittschuhe, ein Schläger, der in der Saison schon zum zweiten Mal bricht, dazu der Verein, das Trainingslager und der Sprit zur Eishalle. Am Küchentisch rutscht dir der Satz heraus: „Weißt du eigentlich, was das alles kostet?“

Warum der Satz bei Kindern so ankommt

Du meinst damit meistens, dass du dir Wertschätzung wünschst, vielleicht auch ein bisschen Pflege für die Ausrüstung. Dein Kind versteht etwas anderes, nämlich dass es eine Last ist. Für ein Kind im Grundschulalter ist eine Summe ohnehin kaum greifbar, es spürt aber den Ton und merkt, dass du angespannt bist.

Manche Kinder reagieren darauf mit Trotz, andere mit schlechtem Gewissen. Wer sich schuldig fühlt, spielt oft verkrampfter und traut sich nicht, zuzugeben, wenn etwas nicht mehr passt, etwa die Schläger oder die Schuhe.

Wie du über Geld sprichst

Ehrlichkeit über Geld ist völlig in Ordnung. Du musst nur den Zeitpunkt und die Form wählen. Der Moment direkt nach einer Niederlage oder wenn der Helm im Auto liegen geblieben ist, gehört eher nicht dazu.

Du kannst in ruhiger Stimmung sagen: „Eishockey ist bei uns ein größerer Posten im Budget, deshalb schauen wir bei der Ausrüstung genau hin.“ Das ist eine Information und kein Vorwurf. Dein Kind bekommt ein Bild davon, dass Dinge Geld kosten, ohne dass es dafür zahlen muss.

Älteren Kindern kannst du Verantwortung übertragen. Sie können zum Beispiel selbst die Kufen trocknen, die Tasche packen oder bei einem Gebrauchtmarkt für Ausrüstung mitschauen. Viele Vereine veranstalten Tauschbörsen, und wer dort etwas findet, merkt von allein, wie viel eine gute Ausrüstung wert ist.

Was du lieber lässt

Rechne Leistung nicht gegen Kosten auf. „Für das Geld könntest du ruhig mehr kämpfen“ verwandelt den Sport in eine Investition, die sich lohnen muss. Auch der Vergleich mit Geschwistern oder anderen Hobbys („Dein Bruder braucht ja nichts“) trifft Kinder an einer empfindlichen Stelle.

Ebenso wenig brauchst du dein Kind aus der Verantwortung für die Familienkasse zu entlassen und gleichzeitig zu verschweigen, dass es knapp ist. Wenn der Beitrag zu hoch wird, sprich mit dem Verein. Viele Vereine kennen Staffelungen oder Unterstützung für Familien, und fragen kostet nichts.

Bleibt dein Kind nach einem solchen Gespräch auffällig still oder klagt über Bauchweh vor dem Training, schau genauer hin. Halten die Beschwerden an, kann die Kinderärztin oder der Kinderarzt weiterhelfen.

Wenn du es freundlich sagen willst

Ehrlich über Geld zu reden und dabei freundlich zu bleiben, ist schwerer, als es klingt. Sideline kann dir in solchen Momenten Formulierungen vorschlagen, die du an eure Familie anpasst.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.