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Dein Kind sitzt wieder auf der Bank: Wie du mit dem Frust umgehst

Spielzeit ist der größte Streitpunkt im Jugendsport. Was du deinem Kind sagen kannst, was du den Trainer fragen darfst und was du lieber lässt.

Zum dritten Mal in Folge sitzt dein Kind auf der Bank. Du siehst, wie es die Handschuhe in den Händen dreht und auf das Spielfeld schaut, und du merkst, wie dein eigener Puls steigt.

Wenig Spielzeit ist einer der häufigsten Gründe für Frust im Kinder- und Jugendsport, bei den Kindern und bei den Eltern. Wer dort steht, wo dein Kind sitzt, fühlt sich schnell übersehen.

Erst dein Kind, dann der Trainer

Frag dein Kind in Ruhe, wie es sich damit fühlt. Manche sind traurig, manche wütend, manche erleichtert, weil sie unter Druck weniger gern spielen. Du erfährst nur, was los ist, wenn du fragst, bevor du etwas unternimmst.

Vermeide Sätze wie „Der Trainer hat keine Ahnung“. Dein Kind muss weiter mit diesem Trainer arbeiten, und wenn du den Respekt untergräbst, wird die Situation für es schwerer.

Das Gespräch mit dem Trainer

Wenn du das Gespräch suchst, geh mit Fragen hinein, nicht mit Vorwürfen. „Woran kann mein Kind arbeiten, um mehr Spielzeit zu bekommen?“ ist eine Frage, auf die ein Trainer antworten kann. „Warum spielt Luis mehr als meine Tochter?“ nicht, weil sie ihn zum Verteidigen zwingt.

Gute Trainer haben meist nachvollziehbare Gründe, auch wenn sie sie nicht immer von sich aus erklären. Manchmal geht es um Position, Fitness, Teamrolle oder Entwicklungsstand. Manchmal gibt es auch keinen guten Grund, und das darfst du dann auch bemerken.

Wichtig ist der Rahmen. Such den Termin außerhalb von Training und Spiel, und sprich nur für dein eigenes Kind.

Was du daheim tun kannst

Hilf deinem Kind, seinen Anteil am Team zu sehen, der nicht von Minuten abhängt: Anfeuern, Mitspielen im Training, Verlässlichkeit. Manche Kinder entwickeln gerade in diesen Phasen eine Stärke, die später wichtig wird.

Und überlegt gemeinsam, ob der Sport und die Rolle für euch noch passen. Wenn die Bank Dauerzustand wird und dein Kind darunter leidet, kann ein Wechsel in eine andere Mannschaft oder einen anderen Verein sinnvoll sein. Das ist keine Niederlage, sondern eine Entscheidung, wo dein Kind sich entwickeln kann.

Mach dir bewusst: Dein Kind lernt auf der Bank auch etwas, nämlich wie man mit Enttäuschung umgeht. Diese Erfahrung ist hart, aber mit deiner Unterstützung kann sie am Ende zu etwas führen, das lange trägt.

Was dein Kind selbst tun kann

Auch dein Kind hat Möglichkeiten. Es kann den Trainer selbst fragen, woran es arbeiten soll, wenn es sich traut. Viele Trainer freuen sich über diese Eigeninitiative, und sie verändert die Beziehung. Du kannst es darauf vorbereiten, indem ihr gemeinsam einen Satz einübt: „Ich würde gern mehr spielen. Was kann ich dafür tun?“ Selbst wenn die Antwort enttäuschend ausfällt, hat dein Kind etwas gelernt, nämlich dass es für seine Anliegen eintreten kann. Das ist eine Fähigkeit, die weit über den Sport hinaus nützlich ist.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.