Selbstreflexion, Gespräche und der eigene Blickwinkel
Das Thermometer zeigt minus fünf Grad, der Wind pfeift über den Platz, und du stehst in drei Jacken am Rand. Dein Kind rennt dem Ball nach, als wäre Sommer. Wie macht es das?
Beim Spielen bewegen sich Kinder viel, und ihnen wird warm. Du dagegen stehst still. Das ist der Grund, warum du frierst, und dein Kind nicht. Es bedeutet nicht, dass du übertreibst oder dein Kind abgehärtet ist.
Trotzdem lohnt es sich, hinzuschauen. Kinder merken Kälte oft erst spät, vor allem wenn sie in ein Spiel vertieft sind.
Schichten statt eine dicke Jacke. Funktionswäsche, die Schweiß nach außen leitet, ein Pullover, eine Jacke für die Pausen. Mütze und Handschuhe für das Warmlaufen und für die Bank. Für Wechselspieler ist eine warme Jacke zum Überziehen wichtig, weil sie schnell auskühlen.
Nach dem Spiel sollte dein Kind sofort trockene Sachen anziehen. Eine Thermoskanne mit warmem Tee im Auto ist ein kleiner Luxus, den Kinder lieben.
Vereine haben meist Regeln, bei welchen Bedingungen gespielt wird. Wenn das Spiel stattfindet, vertraut den Entscheidungen, aber du darfst nachfragen, wenn dir etwas zu extrem erscheint: Glatteis, Dauerregen bei Frost, Sturm.
Wenn dein Kind krank oder angeschlagen ist, entscheide du und nicht das Team. Ein verpasstes Spiel ist verkraftbar.
Thermoskaffee, dicke Socken, Fußwärmer, Sitzkissen. Das klingt banal, aber es macht aus einem Elend einen Ausflug. Bewege dich: Geh am Rand auf und ab, trink etwas Warmes. Und überlege, ob du gemeinsam mit anderen Eltern einen Windschutz bauen oder dich ins Auto setzen kannst.
Du musst nicht für jede Minute zuschauen. Viele Eltern wechseln sich ab, und niemand nimmt dir das übel.
Bei Kälte sind Menschen schneller gereizt. Das gilt für Eltern, Trainer und Schiedsrichter. Atme durch, bevor du etwas rufst. Dein Kind hört dich mehr, als du denkst, und es muss nicht noch die schlechte Laune der Erwachsenen mitspielen.
Auch das ist ein Teil des Sports: im Winter zu spielen, durchzuhalten, sich danach aufzuwärmen. Aber ohne Heldentum. Wenn dein Kind friert, sagt es das, und ihr greift ein. Ein Sport, bei dem Kinder lernen, auf ihren Körper zu hören, ist ein guter Sport.
Am Ende ist ein Spiel bei Frost keine Heldentat, sondern ein Alltag, den ihr mit der richtigen Kleidung und etwas Humor gut übersteht. Und eine Tasse heißer Tee danach schmeckt nie so gut wie nach einem Spiel in der Kälte.
Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.