Kinder & Sport

Sport, Entwicklung und was Kinder wirklich bewegt

Artikel

Kind hat vor Spielen Bauchweh oder Übelkeit

Samstagmorgen, Trikot liegt bereit, aber dein Kind krümmt sich am Frühstückstisch. Was du in dem Moment sagen kannst und was du besser lässt.

Samstag, halb acht, Anpfiff um zehn. Dein Kind sitzt vor dem Müsli, schiebt den Löffel hin und her und sagt, dass der Bauch wehtut. Beim Training am Mittwoch hat es noch gelacht.

Erst mal ernst nehmen

Das Bauchweh ist für dein Kind echt, auch wenn es nur an Spieltagen auftaucht. Viele Kinder spüren Aufregung zuerst im Körper, noch bevor sie ein Wort dafür haben. Mit 8 oder 10 Jahren kann ein Kind kaum sagen „Ich habe Angst, dass ich einen Fehler mache". Es sagt „Mir ist schlecht".

Ein Satz wie „Stell dich nicht so an" macht den Knoten nur fester. Besser klingt „Das klingt unangenehm. Magst du dich kurz hinsetzen?" Danach darf es still werden. Oft erzählt ein Kind in der Stille mehr als auf die dritte Nachfrage.

Fragen, die Druck rausnehmen

Im Auto wirkt Reden leichter, weil ihr nebeneinander sitzt und euch nicht anschauen müsst. Du kannst fragen „Worauf freust du dich heute am meisten?" und danach „Gibt es etwas, bei dem dir mulmig ist?". Wenn dein Kind „Weiß nicht" sagt, reicht das als Antwort. Du musst keinen Grund aus ihm herausholen.

Manchmal steckt etwas Konkretes dahinter, etwa ein Gegner, der als hart gilt, ein Trainer, der laut wird, oder die Sorge, nicht zu spielen. Manchmal steckt gar nichts Konkretes dahinter. Beides ist in Ordnung.

Hilfreich sind kleine feste Abläufe. Ein Frühstück, das dein Kind mag und gut verträgt, ausreichend Zeit bis zur Abfahrt und ein Platz in der Kabine, an dem es sich wohlfühlt. Sprich außerdem ab, dass du am Spielfeldrand nicht ständig Anweisungen rufst. Wer sich beobachtet fühlt, spürt den Bauch oft stärker.

Was du besser lässt

Versprich keine Belohnung für ein Tor. Das erhöht den Druck, den dein Kind ohnehin spürt. Lass auch Sätze weg wie „Du musst dich nur zusammenreißen", denn dein Kind reißt sich vermutlich schon den ganzen Morgen zusammen.

Zwingen bringt selten etwas. Wenn dein Kind gar nicht mitspielen mag, kann es trotzdem mit zum Platz kommen und zuschauen. Ein Gespräch mit dem Trainer oder der Trainerin hilft ebenfalls, damit sie wissen, was los ist. Gute Trainer reagieren darauf meist freundlich.

Beobachte außerdem, ob das Bauchweh nur vor Spielen kommt oder auch vor der Schule oder an freien Tagen. Halten die Beschwerden an oder werden sie stärker, frag deinen Kinderarzt oder deine Kinderärztin. Ein Hinweis in einem Ratgeber ersetzt keine Untersuchung.

Ein Satz für den Moment vor dem Anpfiff

Wenn ihr am Platz steht und dein Kind noch blass aussieht, kannst du sagen „Egal wie es ausgeht, ich schaue gern zu". Das nimmt die Last von den Schultern, weil Leistung und Zuneigung dann nichts miteinander zu tun haben. Danach kannst du dich zu den anderen Eltern stellen und das Kind seinen Weg in die Kabine gehen lassen.

Falls dir in solchen Momenten die Worte fehlen, kann Sideline dir Formulierungen vorschlagen, die zu deinem Kind und zur Situation passen.

Begleite dein Kind in jedem Moment — mit persönlichem Coaching.